Wer folgt auf Trump?
Diese US-Spitzenpolitiker werden schon jetzt als Präsidentschaftskandidaten gehandelt

Die US-Präsidentschaftswahlen 2028 werfen bereits ihre Schatten voraus. Namen wie J. D. Vance, Kamala Harris und Gavin Newsom werden als mögliche Kandidaten gehandelt. Die Gerüchteküche brodelt – wer tritt Trumps Nachfolge an?
Kommentieren
1/13
2028 endet für US-Präsident Donald Trump die zweite Amtszeit. Formal darf er dann nicht erneut antreten.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Wahlen 2028: Erste Namen für mögliche Kandidaturen aus beiden Lagern bekannt
  • Favorit bei Republikanern laut aktuellen Umfragen: Vizepräsident J. D. Vance, trotz unbeliebter Trump-Regierung
  • Demokraten: Harris, Ocasio-Cortez und Newsom werden wohl nach den Midterms Entscheidung treffen
RMS_Portrait_AUTOR_250.JPG
Marian NadlerRedaktor News

Gouverneure, ehemalige und aktuelle Kabinettsmitglieder und Kongressabgeordnete: Sie alle nehmen bereits an einem Ablauf teil, den die «Washington Post» «Schattenvorwahlen» nennt. Die Präsidentschaftsvorwahlen finden zwar erst in 16 Monaten statt, im demokratischen Lager positionieren sich aber erste Spitzenpolitiker für den Wahlkampf. Auch bei den Republikanern brodelt die Gerüchteküche. Wer folgt auf US-Präsident Donald Trump (80), der keine weitere Amtszeit absolvieren darf? Blick listet wahrscheinliche Anwärterinnen und Anwärter auf.

Darum geht es bei den Midterms
1:17
Zwischenwahlen in den USA:Darum geht es bei den Midterms

Republikaner

J. D. Vance

Wird J.D. Vance 2028 zum mächtigsten Mann der Welt gewählt?
Foto: keystone-sda.ch

US-Vizepräsident J. D. Vance (42) gilt als klarer Favorit in den republikanischen Vorwahlen zu den Präsidentschaftswahlen 2028. Es ist nicht unüblich, dass der Vize da weitermachen will, wo der scheidende Chef aufgehört hat. Vance hat eine mögliche Kandidatur öffentlich mit den Midterm-Wahlen im Herbst verbunden. Vorher wolle er keine Entscheidung treffen, wiederholte er in den Medien. In Umfragen liegt er klar vor anderen potenziellen Bewerbern der Republikaner, bringt es in den jüngsten nationalen Befragungen auf etwa 38 bis 44 Prozent. Aber: Die aktuell enorme Unbeliebtheit der Trump-Regierung spricht gegen ihn.

J. D. Vance wird bei Olympia-Eröffnungsfeier ausgebuht
0:21
TV-Ausschnitt zeigt:J. D. Vance wird bei Olympia-Eröffnungsfeier ausgebuht

Marco Rubio

Marco Rubio hält sich zu einer Präsidentschaftskandidatur bisher bedeckt.
Foto: keystone-sda.ch

Neben Vance nannte Donald Trump auch US-Aussenminister Marco Rubio (55) als potenziellen Nachfolger. Mit dem US-amerikanischen Hedgefonds-Manager Ken Griffin (57) hätte er einen Grossspender im Rücken. Der spendete 2024 mehr als 100 Millionen US-Dollar. Rubio selbst hält sich zum Thema bislang bedeckt. Mit seinen kubanischen Wurzeln könnte er vor allem Latino-Wähler ansprechen. In den Umfragen hinsichtlich der möglichen republikanischen Kandidaten kommt er auf Werte von um die 20 Prozent.

Ron DeSantis

Ron DeSantis gilt schon jetzt als Aussenseiter.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis (48), steht laut dem Online-Tool 2028tracker.com in Umfragen aktuell hinter Vance und Rubio. Im Präsidentschaftswahlrennen 2024 gab er relativ schnell auf und gab seine Unterstützung für Trump bekannt. Dass es im zweiten Anlauf mit der Präsidentschaft klappt, ist schon jetzt eher unwahrscheinlich. Denn in den Umfragen liegen seine Beliebtheitswerte im einstelligen Bereich.

Ted Cruz

Ted Cruz gehört nicht zum engsten Kreis Trumps. Ein Vorteil?
Foto: AFP

Der frühere Präsidentschaftskandidat könnte wie DeSantis einen weiteren Anlauf wagen. «Axios» nannte ihn bereits im vergangenen Jahr als möglichen republikanischen Kandidaten für die Vorwahlen. Seine Chancen könnten steigen, sollten Trumps Republikaner von den Wählern bei den Midterms abgestraft werden. Ted Cruz (55) gehört nämlich nicht zum engsten Kreis des Präsidenten. Aktuell stehen die demografischen Aussichten aber schlecht für ihn. Mit Werten von um die 3 Prozent dürfte er recht schnell aus dem Vorwahlrennen ausscheiden.

Donald Trump Jr.

Stellt er sich zur Wahl oder nicht? Die Gerüchteküche brodelt auch mit Blick auf Donald Trump Jr.
Foto: IMAGO/UPI Photo

Im Mai 2025 sagte er, er werde «eines Tages» kandidieren, später teilte er auf X mit, er habe «null Interesse», sich 2028 zur Wahl zu stellen. Die Spekulationen um Donald Trump Jr. (48) halten trotzdem an. Und die Meinungsforschungsinstitute fragen die Wähler weiter nach ihm. In den Umfragen steht er meist auf Platz drei hinter Vance und Rubio. Meist kommt er auf niedrige zweistellige Werte. 

Demokraten

Kamala Harris

Kamala Harris war bereits Vizepräsidentin. Klappt es in gut zwei Jahren mit der Präsidentschaft?
Foto: keystone-sda.ch

Im Herbst 2024 musste Kamala Harris (61) sich Trump geschlagen geben. Bislang hat die ehemalige Vizepräsidentin eine erneute Kandidatur nicht ausgeschlossen. «Ich weiss, was für den Job nötig ist. Ich war vier Jahre lang einen Herzschlag vom Präsidentenamt entfernt», sagte sie an einer Veranstaltung von Bürgerrechtler Al Sharpton (71) im April dieses Jahres. Sie steht für höhere Steuern für Reiche, eine harte Hand gegen China und auch der Kampf gegen den Klimawandel liegt ihr am Herzen. Laut der «Los Angeles Times» will sie sich jetzt aber erst einmal auf die Unterstützung der Demokraten bei den Zwischenwahlen konzentrieren. In den jüngsten nationalen Vorwahlumfragen kommt sie durchschnittlich auf 26 Prozent.

Gavin Newsom

Gavin Newsom scheut offenbar den parteiinternen Zweikampf mit Kamala Harris.
Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Um Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (58) ranken sich seit langem Gerüchte um eine mögliche Präsidentschaftskandidatur. Immer wieder legt sich der Demokrat mit Trump an. Als Einziger wagt er sich auch an Memes, wenn es darum geht, den politischen Gegner zu kritisieren. Bloss: Vor einigen Tagen erklärte Newsom bei CNN, er würde nicht kandidieren, wenn Kamala Harris kandidieren würde. Beide sind langjährige Weggefährten. Er argumentiert, dass ein direkter Wettstreit aufgrund der Überschneidungen ihrer Netzwerke von Unterstützern und Spendern für beide schädlich sein könnte. Dabei könnte es sich aber auch um eine Taktik handeln, mit der er eine starke Konkurrentin früh aus dem Weg räumen will. Gleichzeitig dürfte Newsom auch die aktuellen Erhebungen kennen, die ihn in der Regel mit ungefähr 16 Prozent hinter Kamala Harris platzieren.

Alexandria Ocasio-Cortez

Sie erwägt eine Kandidatur: Alexandria Ocasio-Cortez.

Diese Woche bestätigte Alexandria Ocasio-Cortez (36) in einem Interview mit der «New York Times», dass sie eine Kandidatur für das Weisse Haus erwägt. Noch zögert der linke Shootingstar der Demokraten. Eine Entscheidung will sie nach den Zwischenwahlen treffen. Die Umfragen zeigen bei ihr ein gemischtes Bild. Mal liegt sie gleichauf mit Newsom oder Buttigieg, aber so beliebt wie Kamala Harris ist sie aktuell nicht. Nimmt man fünf Erhebungen von Ende August zusammen liegt sie bei ungefähr 12 Prozent. 

J. B. Pritzker

Bietet Trump die Stirn: JB Pritzker.
Foto: keystone-sda.ch

Neben Newsom hat noch ein weiterer Demokrat gezeigt, dass er Trump Paroli bieten kann: J. B. Pritzker (61). Als Gouverneur von Illinois, wo die Grossstadt Chicago liegt, wehrte er sich lautstark gegen Razzien der Einwanderungspolizei ICE. Diese Woche wurde bekannt, dass er durch Abnehmspritzen deutlich an Gewicht verloren hat. Ein Zeichen dafür, dass der Demokrat fit für den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf sein will? Pritzker geht es aktuell aber wie Ted Cruz bei den Republikanern, die anderen Kandidaten der Demokraten sind deutlich beliebter als er. Seine Zustimmungswerte liegen im unteren bis mittleren einstelligen Bereich.

Pete Buttigieg

Pete Buttigieg ist ein erfahrener Politiker. Ist er auch der richtige für das Präsidentenamt?
Foto: keystone-sda.ch

Auch Pete Buttigieg (44) kennt die Vorwahlen schon. 2020 trat er wenig erfolgreich an, führte anschliessend das Verkehrsministerium unter Joe Biden (83). Eine Kandidatur hat er bisher nicht angekündigt. Da er 2025 aber auf eine Kandidatur für den Senat und das Gouverneursamt im Bundesstaat Michigan verzichtete, ist für ihn die Option auf den Präsidentschaftswahlkampf weiterhin offen. Buttigieg streitet sich aktuell mit Newsom um Platz zwei im Kandidaten-Umfrageranking der Demokraten. Schaut man auf die fünf jüngsten nationalen Vorwahlumfragen, kommt er im Durchschnitt auf etwa 12 Prozent.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen