Darum gehts
- Streit zwischen Kaja Kallas und Marco Rubio beim G7-Treffen am Freitag
- Kallas kritisierte die USA für zu wenig Druck auf Russland
- Rubio: USA tun ihr Bestes, Russland-Krieg dauert seit über einem Jahr
Ein hitziger Schlagabtausch zwischen der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas (48) und US-Aussenminister Marco Rubio (54) hat am Freitag während eines G7-Ministertreffens offenbar für Aufsehen gesorgt.
Wie das US-Magazin «Axios» berichtet, soll Kallas die USA aufgefordert haben, schärfer gegen Russland vorzugehen. Diese Aufforderung brachte Rubio offenbar auf die Palme.
«Ein Jahr ist vergangen und Russland hat sich nicht bewegt. Wann ist Ihre Geduld am Ende?», fragte Kallas den US-Minister gemäss drei anwesenden Quellen. Rubio, sichtlich verärgert, konterte: «Wir tun unser Bestes, um den Krieg zu beenden. Wenn Sie glauben, es besser zu können, nur zu. Wir werden Platz machen.»
Kallas: Zu wenig Druck auf Putin
Laut den Quellen kritisierte Kallas, ehemalige Premierministerin Estlands und als Russland-Hardlinerin bekannt, die Vereinigten Staaten vor allem dafür, den Druck auf Moskau nicht wie angekündigt erhöht zu haben. Sie erinnerte Rubio daran, dass dieser bereits 2025 auf derselben Plattform erklärt hatte, die USA würden nicht zögern, ihre Haltung zu verschärfen, sollte Russland die Friedensbemühungen behindern.
Rubio und Kallas unterhielten sich gemäss zwei Quellen am Ende des Treffens noch einmal privat, um die Spannungen zu glätten. Ein Sprecher von Kallas wollte gegenüber «Axios» keine Stellungnahme abgeben. Ein US-Regierungsbeamter erklärte: «Es war ein offener Meinungsaustausch. Genau dafür ist Diplomatie da.»
«Niemand schreit, niemand erhebt die Stimme»
Rubio selbst wies während einer Fragerunde nach dem Treffen jegliche Spannungen zurück: «Niemand schreit dort, erhebt die Stimme oder äussert etwas Negatives.»
Ukrainische Vertreter, die sich kürzlich in Miami mit US-Vertretern wie Steve Witkoff (68) und Jared Kushner getroffen haben, verwiesen auf begrenzte Fortschritte im Friedensprozess und merkten an, dass ein wesentlicher Teil der amerikanischen Aufmerksamkeit derzeit auf den Iran gerichtet ist.
Gleichzeitig wird in europäischen und ukrainischen Kreisen auch die Frage diskutiert, welche Rolle regionale Akteure künftig stärker im Verhandlungsprozess übernehmen könnten.