Darum gehts
- Eine Kreuzung neben einem Kinderspielplatz gilt in der Umgebung als brandgefährlich
- Vater bringt eigens ein unerlaubtes Stoppschild an
- Weitere heimliche Aktionen von besorgten Vätern
«Mir liegt die Sicherheit unserer Nachbarschaft und der hier lebenden Familien sehr am Herzen», sagt Joseph Brandlin (44) zur «Los Angeles Times». Er lebt mit seiner Familie in El Segundo im US-Bundesstaat Kalifornien. Der 44-Jährige und andere Eltern haben Angst um ihre Kinder.
Seit der Wiedereröffnung eines Spielplatzes im Jahr 2021 kam es immer häufiger zu gefährlichen Situationen an einer nahe gelegenen Kreuzung. Die Anwohner hatten bei der Stadtverwaltung bereits letztes Jahr per Petition um zusätzliche Stoppschilder gebeten, wurden aber nicht erhört.
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion brachte er Stoppschilder an
Nachdem Joseph Brandlin beobachtet hatte, wie sein Sohn mit dem Velo beinahe angefahren wurde, reicht es ihm. «Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.» Er kaufte für umgerechnet knapp 800 Franken passende Stoppschilder und weitere Materialien. Woher er die Schilder hatte, ist nicht ganz klar.
Die Schilder wollte er in der Nacht des 14. März selbst anbringen und auch das authentische «STOP»-Signal auf den Boden malen. Bevor er jedoch seine Tat vollenden konnte, wurde er gegen 1.30 Uhr von der Polizei gefasst.
Joseph Brandlin berichtet der «Los Angeles Times» von einer unverhältnismässigen Festnahme und einer Nacht im Knast. Am nächsten Morgen wurde er mit einer Vorladung nach Hause geschickt. Jetzt wartete er auf seine Verhandlung im Juni. Die Anklagepunkte gegen ihn beinhalten unter anderem Sachbeschädigung und schweren Diebstahl.
Die Verhaftung des Vaters löste in der Nachbarschaft eine Welle an Solidarität aus. Andere Anwohner bekundeten ihre Unterstützung und äusserten ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Strassensicherheit. Ob die Behörden in El Segundo den Appellen folgen und Josephs Arbeit vollenden, ist noch unklar.
Wo die Verantwortlichen es verschlafen, handeln besorgte Bürger öfters selbst. Dass diese Spontanaktionen nicht immer in Handschellen enden müssen, zeigen die folgenden Fälle.
Bauer stellt Fake-Blitzer auf
Ein Bauer aus dem englischen Dorf Wickham Market stellte im Jahr 2024 eine Attrappe eines Blitzers auf, nachdem er vermehrt rasende Autos in der Umgebung beobachtet hatte. Da er eine Scheune hatte, die von Kindern als Spielplatz genutzt wurde, sorgte er sich um ihre Sicherheit. In seinem Fall reagierte die Polizei «sehr hilfsbereit», wie er gegenüber der BBC mitteilte.
Pärchen ignoriert Behörden und stellt eigene Bremsschwellen auf
Sie versuchten es zumindest zuerst über den offiziellen Weg. Ein Pärchen aus O'Fallon, einer Stadt im US-Bundesstaat Missouri, fand, dass die Autos viel zu schnell an ihrem Haus vorbeifuhren. Sie hatten Angst davor, dass eines ihrer Kinder beim Spielen vor dem Haus verletzt werden könnte. Wie der TV-Sender Fox2 berichtete, stellte der Vater eine Temposchwelle auf die Strasse, nachdem ihr Antrag von den Behörden abgelehnt wurde.
Vater erschreckt Autofahrer mit Blitzer-Van
Ein Familienvater aus dem englischen Staffordshire hatte genug von den schnellen Autos in seiner Strasse. Und so baute er im Jahr 2022 kurzerhand eine Fake-Kamera in einen Van mit der Aufschrift «Blitzer» ein und stellte sich damit an den Strassenrand. Die Reaktionen der erschrockenen Autofahrer stellte er auf Tiktok und ging damit viral. Rechtliche Konsequenzen hatte der Fake-Blitzer nicht.