Darum gehts
- Capri-Sun plant recycelbare Plastikröhrli als Ersatz für Papierröhrli seit 2024
- Bisher nur 168'000 Unterschriften für Petition zur Rückkehr von Plastiktrinkhalmen
- Gegenpetition von Umweltaktivisten: 60'000 Unterschriften gegen Plastikeinsatz bei Capri-Sun
Seit das EU-Verbot gegen Einwegplastikprodukte 2021 in Kraft getreten ist, tüftelte die Verpackungsentwicklung von Capri-Sun mehrfach am perfekten Papierröhrli. Offenbar ohne Erfolg. Die Firma startete im August 2024 eine Onlinepetition, um zu den alten Plastiktrinkhalmen zurückzukehren. Insgesamt hätten dafür eine Million Unterschriften zusammenkommen sollen.
Wie der SWR berichtet, hat das Unternehmen vor, stattdessen recycelbare Plastikröhrli zu verwenden. Wenn sowohl Trinkhalm als auch Trinkbeutel aus demselben Material bestünden, sei es einfacher, diese wiederzuverwenden. Das «in Plastik verpackte» Papierröhrli hingegen müsste separat entsorgt werden. Zudem gingen immer wieder Konsumentenbeschwerden ein, dass der Karton im Saft aufweicht und einen unangenehmen Geschmack hinterlässt.
Meer-Verein kämpft gegen Plastikröhrli
Stand jetzt haben sich aber erst 168'000 Menschen der Petition angeschlossen. Wie das Unternehmen gegenüber dem SWR mitteilte, wird die Aktion nicht mehr aktiv beworben. Dennoch versucht Capri-Sun weiterhin – in Absprache mit der EU-Kommission – sein Recyclingkonzept durchzusetzen.
Auf grosse Kritik stösst der Saftkonzern dabei bei Umwelt- und Konsumentenschützern. Es existiert unter anderem eine Gegenpetition des Meerschutzvereins Sana Mare, die bis jetzt 60'000 Unterschriften gesammelt hat. Darin wird Capri-Sun dafür kritisiert, bei Trinkbeuteln und Röhrli überhaupt Plastik verwenden zu wollen. Auch das neue Material könne die Meere jahrzehntelang verschmutzen und als Mikroplastik auch in unserer Nahrungskette enden.
Die Verordnungen der EU gelten für die Schweiz nicht zwangsläufig, aber werden oftmals auch bei uns übernommen oder über ausländische Produkte importiert. Blick zeigt, bei welchen Massnahmen auch der Schweizer Handel auf Nachhaltigkeit setzt.
Der Lass-mich-dran-Deckel
Bereits seit 2023 ist der neue Verschluss, unter anderem bei Cola-Flaschen, auch bei uns angekommen. Auslöser für die neuen Deckel war laut Mitteilung von Coca-Cola eine neue EU-Richtlinie. Der Beschluss wurde gefasst, nachdem eine Strandmüllzählung an der Küste der EU ergeben hatte, dass die Verschmutzung durch einzelne Deckel enorm hoch war.
Verzicht auf Einwegbesteck
Immer mehr Detailhandelsketten verzichten mittlerweile darauf, Einwegbesteck in Take-away-Bowls zu legen oder an den Ausgängen zu platzieren. Als Alternative kann man Holzbesteck ab 10 Rappen kaufen. Coop gibt an, dadurch jährlich rund 196 Tonnen an Plastik einzusparen. Davon beziehen sich ganze 182 Tonnen auf das wegfallende Gratisbesteck an den Kassen.
Der Plastiksammelsack
Die Branchenorganisation Recy Pac kämpft gegen die Plastikberge in den Schweizer Haushalten. Dazu bieten unter anderem Coop und Migros in Gemeinden, die dem Projekt zugestimmt haben, den Recybag an. Dieser funktioniert ähnlich wie ein normaler Gebührensack, ist jedoch deutlich günstiger und nur für Plastik oder Getränkekartons gedacht. Seit neustem sind die Sammelstellen teilweise auch direkt in den Filialen, die den Recybag verkaufen.