Wasser ist nicht gleich Wasser
Darauf solltest du bei der Einnahme von Medis achten

Leitungswasser statt Mineralwasser: Forscher haben herausgefunden, dass alkalisches Wasser die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen kann. Apotheker fordern klarere Hinweise auf Packungsbeilagen.
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Nicht jedes Getränk ist für die Einnahme von Medikamenten gleich gut geeignet.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mineralwasser mit hohem pH-Wert kann Medikamentenwirkung beeinträchtigen, warnen Forscher
  • Studie: 103 magensaftresistente Medikamente auf Wechselwirkungen mit Getränken untersucht
  • Experten empfehlen Einnahme mit stillem Leitungswasser, um Wirkverlust zu vermeiden
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Gina Grace Zurbrügg

Eine Tablette kommt in den Mund, und dazu wird das genommen, was gerade griffbereit ist – oft Mineralwasser. Doch genau hier könnte ein Detail entscheidend sein. Wissenschaftler warnen, dass stark mineralhaltiges und alkalisches Wasser bei bestimmten Medikamenten die Wirkung beeinflussen kann. Auf vielen Packungsbeilagen findet sich dazu kaum ein Hinweis. Dabei zeigen Untersuchungen, dass nicht nur der Wirkstoff selbst, sondern auch das Getränk eine Rolle spielt, mit dem eine Tablette eingenommen wird.

103 Medikamente im Test

Forscher untersuchten in einem Laborexperiment 103 magensaftresistente Medikamente. Diese Tabletten besitzen eine spezielle Schutzschicht, damit sie sich nicht bereits im sauren Magen auflösen. Der Wirkstoff soll erst im Dünndarm freigesetzt werden, wo der Körper ihn aufnehmen kann.

Getestet wurde, wie verschiedene Flüssigkeiten die Beschichtung beeinflussen. Dabei kamen unter anderem Apfelsaft, Milch, schwarzer Tee, Leitungswasser und Mineralwasser zum Einsatz. Der entscheidende Faktor war der pH-Wert. Er zeigt an, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist. Während saure Getränke Werte unter 7 erreichen, liegen basische Flüssigkeiten darüber.

Die getesteten Getränke hatten folgende Werte:

  • zuckerfreier kohlensäurehaltiger Saft: pH 2,82
  • Apfelsaft: pH 3,26
  • Milch: pH 6,74
  • schwarzer Tee: pH 7,19
  • Leitungswasser: pH 7,62
  • Mineralwasser: pH 8,5

Besonders Flüssigkeiten mit einem hohen pH-Wert, darunter stark alkalisches Mineralwasser, können die Schutzschicht einiger Tabletten beeinflussen. Dadurch könnte sich der Wirkstoff zu früh lösen, bevor er den vorgesehenen Ort im Körper erreicht.

Magenmedikamente und Schmerzmittel

Die Untersuchung betrifft vor allem Medikamente mit einer speziellen Schutzbeschichtung. Dazu gehören beispielsweise Protonenpumpenhemmer gegen Magensäure sowie bestimmte Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), darunter Ibuprofen.

Die Forscher stellten zudem fest, dass auf vielen Packungsbeilagen keine eindeutigen Hinweise zur geeigneten Flüssigkeit stehen. «Leider wird dieser wichtige Aspekt in den meisten Arzneimittel-Packungsbeilagen überhaupt nicht erwähnt», erklärt Kristin D. Sommer, Apothekerin und Expertin für klinische Informatik.

Nicht die Kohlensäure ist das Problem

Viele Menschen vermuten, dass vor allem Kohlensäure entscheidend ist. Doch das eigentliche Problem liegt in der Zusammensetzung des Wassers. Mineralwasser enthält je nach Sorte unterschiedliche Mengen an Mineralstoffen und Bicarbonaten. Diese können den pH-Wert erhöhen und damit die Bedingungen verändern, unter denen sich eine Tablette auflöst.

Am sichersten ist stilles Wasser

Die Studie wurde unter Laborbedingungen durchgeführt. Weitere Untersuchungen am Menschen sind notwendig, um die Auswirkungen vollständig zu beurteilen. Trotzdem empfehlen Experten, empfindliche Medikamente möglichst mit einfachem, stillem Wasser einzunehmen. Auch andere Getränke können die Wirkung von Arzneimitteln verändern. Besonders bekannt ist Grapefruitsaft, der mit zahlreichen Medikamenten Wechselwirkungen auslösen kann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier. 

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