Darum gehts
- Mindestens 389 Menschen starben durch Sturzfluten in Nepals Rasuwa-Region nahe Tibet
- Hunderte Touristen werden vermisst
- Es ist das grösste Unglück seit dem Erdbeben 2015
Eine verheerende Sturzflut hat in Nepal viele Todesopfer gefordert und massive Schäden an Strassen, Brücken und Wasserkraftwerken verursacht. Das Unglück ereignete sich in der Region Rasuwa nahe der Grenze zu Tibet, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Der Fluss Bhotekoshi trat aufgrund von Überschwemmungen infolge eines Gletscherabsturzes über seine Ufer hinaus. Die heftigen Sturzfluten und Schlammlawinen zerstörten Dörfer und Infrastruktur entlang des Flusses. «Viele Siedlungen weggerissen, die Lage ist katastrophal», erzählte ein Augenzeuge. Der Grenzübergang zwischen Tibet und Nepal wurde bereits in der Vergangenheit von Katastrophen heimgesucht.
Stand Donnerstagmittag bestätigt die nepalesische Polizei mindestens 389 Todesopfer. Weiterhin gelten über 1300 Menschen als vermisst. Eine verschollene Schweizer Staatsbürgerin konnte am Donnerstagmittag von den Behörden gerettet werden. Das teilte die nepalesische Tourismusbehörde auf X mit.
Unter den Verschollenen befinden sich auch viele Kinder. Die Sturzfluten wecken bei den Einheimischen böse Erinnerungen. Ang Kami Sherpa, ein Bergführer in Nepal, erlebte bereits das schlimme Erdbeben im Jahr 2015, bei dem fast 9000 Menschen starben. Damals war er in eine grosse Rettungsaktion involviert.