Aufnahmen von oben zeigen Ausmass der Zerstörung
1:04
Nach der Sturzflut:Aufnahmen aus Helikopter zeigen Ausmass der Zerstörung

So schlimm ist die Sturzflut – Globetrotter-Chef und Journalist aus Nepal ordnen ein
«Viele Siedlungen weggerissen, die Lage ist katastrophal»

Nach massiven Sturzfluten in der nepalesischen Region Rasuwa am Mittwoch sind bis am Abend bereits 95 Tote zu beklagen. Hunderte Menschen werden vermisst. Was bedeutet das Unglück für die Region?
Kommentieren
1/6
95 Menschen kamen bei der verheerenden Sturzflut in der nepalesischen Region Rasuwa ums Leben. Die Zahl der Todesopfer dürfte noch steigen.
Foto: imago/Xinhua

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Heftige Sturzfluten in Nepals Rasuwa fordern 95 Tote, Hunderte vermisst
  • Rettungskräfte kämpfen laut Experte vor Ort gegen katastrophale Schäden, darunter zerstörte Dörfer und Infrastruktur
  • 291 vermisste Touristen, 50 Schweizer Globetrotter-Kunden in sicheren Gebieten
RMS_Portrait_AUTOR_250.JPG
Marian NadlerRedaktor News

Am Mittwoch haben heftige Sturzfluten und Schlammlawinen in der nepalesischen Region Rasuwa ganze Dörfer weggeschwemmt. Mindestens 95 Personen verloren ihr Leben. Hunderte Personen werden noch vermisst. Schon im vergangenen Sommer hatte eine massive Schlammlawine 28 Tote gefordert.

Video zeigt Wucht der Sturzflut in Nepal
1:44
Nichts hält ihr Stand:Video zeigt Wucht der Sturzflut in Nepal

Was bedeutet die neue Katastrophe für die Region? Blick hat mehrere Landeskenner um ihre Einschätzung gebeten.

Globetrotter-Chef gibt Entwarnung für Kunden

Globetrotter-Chef André Lüthi (65) kennt das Land sehr gut. Schon 1993 reiste er von Nepal nach Tibet. Im vergangenen Jahr wollte er die Region erneut besuchen, entschied sich nach der Sturzflut aber dafür, in Kathmandu zu bleiben. «Ich wollte am nächsten Tag über die Grenze», sagt er zu Blick.

Wie geht es seinen Kunden? «Aktuell sind 50 Gäste von uns in Nepal. Wir versuchen sie jetzt zu erreichen. Von der Sturzflut ist, soweit wir im Moment wissen, niemand betroffen. Die Leute halten sich vermutlich in anderen Gegenden auf», teilt er mit. 

«Riesenunglück für alle Betroffenen»

Die nepalesischen Rettungskräfte sind laut Lüthi mittlerweile gut ausgerüstet – und geben alles. «In solchen Fällen wird immer auch die Armee aufgeboten», weiss der Nepal-Kenner. Dennoch sei es «ein Riesenunglück für die Betroffenen». Das Ausmass schätzt Lüthi diesmal grösser ein als im vergangenen Jahr.

Rajan Pokhrel berichtet seit Jahrzehnten für die «Himalayan Times» über Naturkatastrophen. Am Mittwoch steht er mit Regierungsvertretern, lokalen Behörden und Rettungskräften vor Ort in Kontakt. «Sie berichten, dass die Lage katastrophal ist und viele Siedlungen am Flussufer, darunter Wasserkraftwerke und Polizeistationen, von den Fluten weggerissen wurden.»

«Lage ist katastrophal»

Die Such- und Rettungsmassnahmen seien im Gange. «Die Betroffenen benötigen unverzüglich Hilfe, Wiederaufbauunterstützung und medizinische Versorgung. Ebenso wichtig ist die Umsiedlung gefährdeter Bevölkerungsgruppen», macht Pokhrel deutlich. 

Die Katastrophe trifft die Region auch wirtschaftlich. «Der wichtigste Handelsknotenpunkt Kerung ist nun verwüstet. Der Handel mit China ist nach dem Vorfall derzeit unterbrochen», so der nepalesische Journalist. Der Landgrenzübergang Kerung verbindet das nepalesische Rasuwagadhi mit dem tibetischen Gyirong.

Ein Frühwarnsystem gibt es in der Bergregion nicht. «All die vielen Hänge abzusichern, ist unmöglich», weiss Lüthi.

Von einer Reise nach Nepal rät er aktuell nicht ab. «Nepal ist deswegen nicht gefährlicher als andere Länder. Solche Sachen gibt es auch in der Schweiz, man denke nur an Blatten.» Man könne sich nicht gegen alles im Leben absichern, vor allem nicht gegen die Natur.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen