Darum gehts
- US-Senator Jon Ossoff kritisiert Donald Trump und erwähnt Mitarbeiterin Natalie Harp
- Harp wird von US-Medien als «menschlicher Drucker» und mächtige Vertraute beschrieben
- 121'000 Franken Jahresgehalt für ihre Arbeit als «besondere Assistentin»
Viele verbale Angriffe der Demokraten auf US-Präsident Donald Trump (80) lassen die Republikaner kalt, doch eine Aussage von Senator Jon Ossoff (39) bei einem Wahlkampfauftritt in Atlanta traf einen wunden Punkt.
«Er will den Job nicht machen», sagte Ossoff. «Er will seinen Ballsaal bauen und mit Natalie reisen, in ihrem anscheinend nicht abwehrbereiten fliegenden Palast, geschenkt vom Emir von Katar.»
Natalie Harp ist ständig an Trumps Seite
Die gezielte Herabsetzung von «Natalie» durch den Senator löste in weiten Teilen von Trumps Umfeld eine besonders heftige Reaktion aus. «Statt fleissige Menschen zu verunglimpfen, die ihrem Land dienen, sollte Jon tief in seine Seele blicken und sich fragen, warum er ein elender Mensch ist, der dieses Land hasst», giftete der Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses, Steven Cheung (44), auf X. Der konservative Autor Scott Jennings, der Berichten zufolge als möglicher Nachfolger von Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt (28) gehandelt wird, bezeichnete Ossoff als «Feigling» und dessen Aussage als «sexistisch».
Doch von wem sprach Ossoff da überhaupt? Und was macht diese Frau so mächtig? Gemeint ist Natalie Harp (35), eine Mitarbeiterin Trumps, die bislang kaum im Rampenlicht stand und dennoch ständig an seiner Seite gesichtet wird. Sie begleitet den mächtigsten Mann der Welt bei Reisen und soll laut dem «Wall Street Journal» auch seine Social-Media-Posts verfassen. Dafür lernte sie, Trumps Sprechweise und seine besondere Zeichensetzung nachzuahmen.
Natalie Harps Sonderstellung
Die Wirtschaftszeitung nennt sie «Trumps Türsteherin». Wollen Republikaner eine Unterredung mit Trump, melden sie sich per SMS bei Harp. Laut Insidern ist ihre Handynummer sogar wertvoller als Trumps eigene.
Stets soll sie einen tragbaren Drucker dabeihaben, was ihr den Spitznamen «menschlicher Drucker» eingebracht hat. Harp versorgt Trump mit ausgedruckten Informationen, die laut der «New York Times» vor allem aus den sozialen Medien stammen sollen.
Harp behauptete, Trump habe ihr das Leben gerettet
Wie weit ihre Sonderstellung geht, zeigte sich nach dem Nato-Gipfel in Ankara. Sie soll laut Medienberichten an Bord des geheimen Präsidentenflugs gewesen sein – anders als etwa Aussenminister Marco Rubio (55). Der Minister blieb in der mutmasslich von einem iranischen Anschlag bedrohten Air Force One, Harp betrat dagegen die sichere Militärmaschine.
Doch wie kam die frühere TV-Moderatorin überhaupt in Trumps Dunstkreis? Alles begann im Juni 2019 mit einem Post auf Linkedin. Darin berichtete sie über ihre Krebserkrankung und erklärte, ein von Trump in seiner ersten Amtszeit durchgeboxtes Gesetz habe ihr das Leben gerettet. Die «Washington Post» schrieb dazu unter Berufung auf Experten, dass Trumps Gesetz in Harps Fall gar nichts geändert habe. Den konservativen Medien war das egal, Trump wurde über sie auf Harp aufmerksam.
«Sie wird mich nie verlassen»
Heute bekleidet sie den Job als «besondere Assistentin» mit einem Jahresgehalt von umgerechnet 121'000 Franken. Was Trump über sie denkt, findet sich im Buch «Regime Change» der «New York Times»-Reporter Maggie Haberman (52) und Jonathan Swan (41).
Sie sei die Einzige, die ihn so sehr liebe wie seine Frau und seine Kinder, soll der Präsident seinem Team gesagt haben. «Sie wird mich nie verlassen», soll der US-Präsident voller Überzeugung vor anderen Mitarbeitern gesagt haben.