Darum gehts
- US-Politiker kritisieren Justizministerium, sechs Männer in Epstein-Akten ohne Grund geschwärzt
- Einer der Männer soll hochrangig in einer ausländischen Regierung sein
- 30. Januar: Millionen Seiten veröffentlicht, viele Namen geschwärzt
Mehrere US-Politiker sind verärgert. Sie werfen dem Justizministerium vor, die Namen von sechs Männern, die in den Epstein-Akten vorkommen, ohne Angabe von Gründen geschwärzt zu haben. Die Vorwürfe kamen auf, nachdem die Kongressabgeordneten am Montag die Möglichkeit hatten, ungeschwärzte Dokumente einzusehen.
Am 30. Januar hatte das Justizministerium Millionen Seiten aus den Epstein-Akten veröffentlicht, von denen einige geschwärzt waren. Das Justizministerium teilte zudem mit, die Regierung von US-Präsident Donald Trump (79) habe damit ihrer durch ein im November vom Kongress verabschiedetes Gesetz auferlegten Verpflichtung entsprochen, diesen politisch brisanten Fall vollständig aufzuklären.
«Sechs Männer waren in Fall verwickelt»
Mehrere Kongressabgeordnete von Republikanern und Demokraten begannen am Montag mit der Durchsicht ungeschwärzter Dokumente. Zuvor hatte das Justizministerium einen Brief an die Abgeordneten geschickt, in dem es sie über die Möglichkeit informierte, dies im Kongressgebäude mithilfe von Computern zu tun.
Thomas Massie (55), ein Republikaner, der sich in der Vergangenheit für die Veröffentlichung aller Epstein-Akten stark gemacht hatte, sagte Reportern vor dem Justizministerium gemäss der Nachrichtenagentur AFP: «Was mich beunruhigt hat, war, dass die Namen von mindestens sechs Männern geschwärzt wurden, obwohl sie aufgrund ihrer Nennung in diesen Dokumenten höchstwahrscheinlich in den Fall verwickelt sind.»
«Ziemlich prominente Persönlichkeit»
Der Demokrat Ro Khanna (49) erklärte: «Es handelt sich um sechs Männer, einige davon mit Fotos, deren Namen ohne Angabe von Gründen geschwärzt wurden.»
Einer der Männer sei «ziemlich hochrangig in einer ausländischen Regierung», sagte Massie. Khanna ergänzte, unter den anderen fünf sei eine «ziemlich prominente Persönlichkeit».
Todd Blanche meldet sich auf X
Ein erheblicher Teil der von den Abgeordneten geprüften Dokumente sei weiterhin geschwärzt, fügte der überrascht wirkende Khanna hinzu. «Das liegt daran, dass die dem Justizministerium vom FBI oder von Grand Jurys übermittelten Dokumente bereits geschwärzt waren.» Beide forderten eine Korrektur.
Die Fülle neuer Dokumente enthält keinerlei Elemente, die zu weiteren Strafverfolgungen führen könnten, hatte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche (51) bereits Ende Januar mitgeteilt. Auf der Plattform X wurde Blanche am Dienstag von Massie auf weitere aus seiner Sicht unnötig geschwärzte Namen aufmerksam gemacht, woraufhin Blanche ein Rückgängigmachen der Schwärzung in einem Dokument bekanntgab.
Ob auch die zuvor von Khanna und Massie zuvor erwähnten Namen freigegeben werden, ist unklar.