Darum gehts
- Ghislaine Maxwell beruft sich vor dem Kongress auf Aussageverweigerung
- Trump schweigt zu möglicher Begnadigung, politischer Druck nimmt zu
- Maxwell geniesst im texanischen Gefängnis zahlreiche Sonder-Privilegien
Die verurteilte Epstein‑Komplizin Ghislaine Maxwell (64) hat bei einer Kongressanhörung per Videoschalte aus dem Gefängnis reichlich Gebrauch von Aussagenverweigerung gemacht. Wie ein vom Kongressausschuss veröffentlichtes Video zeigt, berief sich Maxwell bei nahezu allen Fragen auf den 5. Zusatzartikel zur Verfassung – das Recht auf Schweigen, um sich nicht selbst zu belasten.
Es sind die ersten Bilder von Maxwell seit ihrer Verhaftung im Juli 2020. Maxwell las ihre Antworten von vorbereiteten Notizen ab. Sie wirkt im Video ruhig, aber resolut, während sie – wie erwartet – strategisch zu jedem Thema schweigt, das mit Epstein zusammenhängt. Im Vorfeld hatte sie erklärt, sie sei nur dann bereit, «voll und ehrlich» auszusagen, wenn sie von Präsident Donald Trump (79) Begnadigung oder Strafmilderung erhalte.
Ohne einen Deal auszupacken, wäre für die britisch‑amerikanische Epstein‑Vertraute hochriskant: Sie könnte sich selbst weiter belasten, zivilrechtliche Risiken verschärfen oder Widersprüche zu früheren Aussagen produzieren, die später gegen sie verwendet werden können.
Neben Maxwell schweigt auch Trump
Auch Präsident Trump hält seine Karten eng an der Brust, während die Debatte um eine mögliche Maxwell-Begnadigung für politischen Zündstoff sorgt. 2025 hatte Trump erklärt, dass er als Präsident befugt wäre, Maxwell zu begnadigen oder ihre Strafe abzumildern. Ein klares Ja oder Nein fiel nicht. «Ich dürfte es tun, aber im Moment wäre es unangebracht, darüber zu sprechen», sagte Trump im Juli vor Journalisten. Auch in einem Interview im August gab er sich bedeckt: «Ich dürfte es tun, aber niemand hat mich darum gebeten.» Im Oktober sagte Trump knapp, er müsse sich das «ansehen».
Auf Truth Social äusserte sich Trump zu Epstein – zu Maxwell, der Schlüsselzeugin in der riesigen Strafakte, schweigt er.
Formaler Antrag
Forbes berichtete im November, dass Maxwell an einem Antrag auf Strafmilderung arbeitet. Dies würden Dokumente belegen, die Demokraten im Repräsentantenhaus gesehen haben. Den Antrag wolle sie beim Weissen Haus einreichen. Das macht deutlich, dass vom Antrag zumindest weiss.
Laut Beobachtern schweigt Trump zum Thema Maxwell‑Begnadigung, weil ihm genau dieses Schweigen politisch am meisten nützt. Er lässt die Tür formal offen, ohne sich öffentlich zu einem Pakt mit einer verurteilten Sex‑Straftäterin zu bekennen. Der politische und öffentliche Druck für eine Begnadigung dürfte anwachsen.
Haft-Privilegien
In ihrer Haft im Federal Prison Camp im texanischen Bryan soll Maxwell bereits auffällig viele Sonder‑Privilegien geniessen, die andere Insassinnen nicht bekommen – darunter Mahlzeiten nach Wunsch, zusätzliches Toilettenpapier, private Besuchsräume mit Computerzugang, einen Therapiehund sowie Frühstückstreffen ausserhalb der üblichen Zeiten. Dies sagten ein Whistleblower und Demokraten im November aus.
Die Trump-Regierung ging bislang nicht auf Vorwürfe der möglichen Begünstigung ein – die erklären könnten, warum Maxwell vergleichsweise komfortable Haftbedingungen geniesst und einen Antrag auf Begnadigung vorbereitete.