Darum gehts
- Richter ordnet Entfernung von Trumps Namen am Kennedy Center bis 13. Juni an
- Trumps Umbenennung als rechtswidrig erklärt, Kongress hat alleinige Befugnis
- Kartenverkauf brach um 40 Prozent seit Trumps Reformen ein
Heftige Schlappe für Donald Trump (79): Ein Bundesrichter in Washington hat angeordnet, dass sein Name innert zwei Wochen von der Fassade des berühmten Kennedy Centers entfernt werden muss. Gleichzeitig stoppte das Gericht vorläufig den Plan des US-Präsidenten, die renommierte Kulturinstitution ab dem 4. Juli für zwei Jahre zu schliessen.
Laut mehreren Medienberichten begründete Richter Christopher Cooper seinen Entscheid damit, dass einzig der US-Kongress befugt sei, den offiziellen Namen des Kulturzentrums zu ändern. Die von Trump veranlasste Umbenennung sei deshalb rechtswidrig.
US-Präsident zeigt sich empört
Nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus hatte Trump vor rund 16 Monaten die Führung des Kennedy Centers ausgetauscht und ein neues Direktorium unter seinem Vorsitz eingesetzt. Dieses beschloss später, Trumps Namen auf der Fassade über jenen von Präsident John F. Kennedy (1917-1963) zu setzen. Seither trug das Gebäude den Namen «The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts».
Der Präsident reagierte empört auf das Urteil. Auf seiner Plattform Truth Social warf er dem Richter und der «radikalen Linken» vor, das Kulturzentrum lieber sterben zu lassen, als seine Reformen zuzulassen. Gleichzeitig kündigte Trump seinen Rückzug als Vorsitzender des von ihm eingesetzten Direktoriums an. Die Verantwortung für die Institution solle wieder an den Kongress übergehen.
Trump wollte patriotische Neuausrichtung
Das Kennedy Center wurde nach der Ermordung von Präsident John F. Kennedy errichtet und 1971 eröffnet. Trump hatte die Institution wiederholt als «woke» kritisiert und eine patriotische Neuausrichtung angekündigt. Dies löste heftigen Widerstand in der Kulturszene aus. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sagten ihre Auftritte ab, der Kartenverkauf brach laut US-Medien deutlich ein.