Darum gehts
- Fünf Insassen aus brennendem Unfallauto bei Villach (Ö) gerettet
- Nur zwei Zeugen halfen, trotz vieler Autos
- Alle Opfer ins Spital gebracht, ein Kind schwer verletzt
Was Manuel Brunner am Freitagmorgen mit ansehen musste, macht den Feuerwehrmann stinkhässig: Auf dem Weg zur Arbeit erblickt der Feuerwehrmann ein brennendes Unfallauto – niemand kam den Insassen zu Hilfe. Der österreichische Brandschützer zögerte keine Sekunde und kämpfte sich zu dem verunglückten Pkw vor.
Am Steuer des Autos sass eine Serbin (39), die auf der Autobahn in Richtung Villach unterwegs war. Der Wagen kam aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Aufpralldämpfer.
«Plötzlich habe ich gesehen, wie es anfing zu rauchen»
Im Auto sassen neben der Serbin ein Beifahrer und drei Kinder. Der Mann wurde im Fahrzeug eingeklemmt, eines der Kinder wurde schwer verletzt.
Brunner schildert gegenüber der «Kronen Zeitung», wie er die Situation erlebte. «Vor mir sind um die 20 Pkw gestanden – die Fahrer vor mir bildeten allerdings leider keine Rettungsgasse. Plötzlich habe ich gesehen, wie es anfing zu rauchen – mit der Zeit wurde es immer stärker. Ich habe mich dann vorgekämpft.»
Am Unfallauto angekommen, schnappte er sich sofort einen Feuerlöscher. Gemeinsam mit einem weiteren Ersthelfer, der ebenfalls zum Feuerlöscher griff, ging er gegen die Flammen vor. «Glücklicherweise war bereits ein anderer Zeuge vor Ort. Gott sei Dank hatte er auch einen Feuerlöscher im Auto – das ist nicht selbstverständlich», lobt der Brandbekämpfer. Zusammen löschten sie die Flammen und versorgten eines der Opfer.
Dem anderen Ersthelfer möchte er danken: «Er hat keine Sekunde gezögert. So sollte es sein.»
«Was ist, wenn ein Freund in den Unfall verwickelt ist?»
Für das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer hat Brunner nur Kritik übrig. «Was mich wirklich schockiert hat, war, dass kein anderer Passant geholfen hat. Niemand ist ausgestiegen.»
Die angerückten Einsatzkräfte befreiten den eingeklemmten Mann schliesslich. Alle fünf Insassen wurden in ein Spital eingeliefert.
An Autofahrer richtet Brunner einen eindringlichen Appell: «Unbedingt eine Rettungsgasse bilden – sonst kommen die Einsatzfahrzeuge nicht durch. Man muss sich nur denken: Was ist, wenn ein Familienmitglied oder Freund in den Unfall verwickelt ist?»