Darum gehts
- 230 Migranten erreichen am Montag mit überladenem Schlauchboot Grossbritannien
- Überfahrt kostet britische Steuerzahler rund 28 Millionen Franken
- 752 Migranten kamen am 29. Juli, Höchstwert 2026 für einen Tag
Am Sonntagnachmittag begibt sich vor der französischen Küste bei Berck ein überladenes Schlauchboot auf den Weg nach Grossbritannien. An Bord sind mehr Menschen, als ein durchschnittlicher Easyjet-Flug Passagiere fasst. 230 Migranten zählen die Rettungskräfte am Ende, mehr als 20 Kinder sind darunter. Es ist die grösste je registrierte Überfahrt über den Ärmelkanal.
Die SNSM spricht von einem «traurigen neuen Rekord», betont aber, dass die Koordination der Rettungskräfte eine Tragödie verhindert habe. In den frühen Morgenstunden des Montags erreicht das Schlauchboot die britische Küste.
28 Millionen Franken für Steuerzahler
Für die britischen Steuerzahler hat die Fahrt einen happigen Preis: Pro Person rechnet man mit Kosten von umgerechnet rund 120'000 Franken, berichtet die britische Zeitung «The Sun». Das macht bei 230 Migranten fast 28 Millionen Franken allein für diese eine Überfahrt.
Die Zahl basiert auf einer Berechnung des britischen Innenministeriums, die sich auf die Unterbringungs- und Unterstützungskosten von Migranten für etwa vier Jahre bezieht. Demnach kostet ein Migrant den britischen Steuerzahler im Schnitt etwa 85 Pfund (rund 93 Franken) pro Nacht. Es handelt sich dabei allerdings um eine Modellrechnung.
Neuer Tagesrekord erst am 29. Juli
Der britische Politiker Nigel Farage nennt die Situation eine «nationale Sicherheitsnotlage». Premierminister Andy Burnham verweist dagegen auf sinkende Gesamtzahlen: 2026 seien es bisher 42 Prozent weniger Überfahrten als im Vorjahr. Farage widerspricht. Die jüngste Überfahrt unterstreiche die Dringlichkeit, das Problem an der Wurzel zu lösen, um Menschenleben zu schützen und die Kosten für die Steuerzahler zu begrenzen.
Zuletzt stiegen die Überfahrten wieder an. Am 29. Juli erreichten 752 Menschen Grossbritannien in Booten. So viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag in diesem Jahr. Der konservative Schatteninnenminister Chris Philp kritisiert die französischen Behörden scharf: Diese hätten ein derart überladenes Boot schon in Ufernähe stoppen können.