Darum gehts
- Trump stellt ein Abkommen mit Russland in Aussicht, das über die Ukraine hinausreichen soll
- Kiew und Europa sind besorgt, weil Trump den Kreml-Unterhändler traf, aber Arachamija nicht empfing
- Im Iran-Krieg sagt Trump, die USA hätten Ziele erreicht, über neue Angriffe werde bald entschieden
Nach den Midterm-Wahlen wendet sich Donald Trump wieder seinen zwei Grossbaustellen zu: dem Ukraine- und dem Iran-Krieg. Im Ukraine-Krieg stellte der US-Präsident am Donnerstag ein weitreichendes Abkommen mit Russland in Aussicht.
«Es wird ein grosses Abkommen, das weit über die Ukraine hinausgeht und möglicherweise ganz Europa betrifft», sagte Trump vor Journalisten im Weissen Haus. Konkrete Details nannte er nicht. «Ich kann Ihnen nicht sagen, worüber ich gesprochen habe», sagte Trump. «Ich sage Ihnen nur: Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine grosse Übereinkunft geben.»
Sorge in Kiew und Europa
Zuvor hatte er sich überraschend mit Kirill Dmitrijew (50), dem obersten Kreml-Unterhändler, getroffen. Der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija (47) war ebenfalls in Washington, wurde von Trump jedoch nicht zu einem persönlichen Gespräch empfangen. Das sorgt in Kiew und Europa für Besorgnis, wie die «Washington Post» schreibt.
Parallel dazu traf Trumps Gesandter und Schwiegersohn Jared Kushner (45) in Brüssel ukrainische, europäische und Nato-Vertreter. Thema waren Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eine neue europäische Sicherheitsordnung.
Kämpfe in der Ukraine gehen weiter
Eine wichtige Rolle spielte auch First Lady Melania Trump (56). Sie hatte Vertreter Moskaus und Kiews empfangen und eine begrenzte Waffenruhe in der südukrainischen Stadt Oleschky vermittelt. Diese ermöglichte vergangene Woche die Evakuierung von fast 800 Menschen.
Die Annäherung an Moskau kommt allerdings zu einem heiklen Zeitpunkt: Die Ukraine griff zuletzt erneut russische Ölraffinerien an. Russland wiederum setzt seine Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung fort. In Kiew und anderen Landesteilen kommt es deshalb zu stundenlangen Stromausfällen.
Entscheidung auch im Iran-krieg
Auch im Iran-Krieg hält sich Trump alle Optionen offen. Nach einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern erklärte er, die USA hätten ihre bisherigen Ziele erreicht. Nun müsse entschieden werden, ob die Angriffe wieder ausgeweitet werden. «Ich würde lieber nicht den Rest des Landes zerstören, aber vielleicht muss ich es tun», sagte Trump. Eine Entscheidung kündigte er für die nahe Zukunft an.
Laut dem US-Portal «Axios» bereitet das zuständige US-Militärkommando Centcom derzeit eine mögliche Wiederaufnahme grösserer Militäreinsätze im Iran vor. Eine entsprechende Anweisung aus Washington liegt bislang allerdings nicht vor.