«Dritte Gruppe scheint vernünftiger zu sein»
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Trump über Regimewechsel:«Dritte Gruppe scheint vernünftiger zu sein»

Trump stellt Deal in Aussicht
«Führen ernsthafte Gespräche mit neuem, vernünftigerem Regime»

Die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran. Der Nahe Osten steht unter Beschuss. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Blick Newsdesk
13:37 Uhr

Trump bekräftigt Regimewechsel und droht schon wieder

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Aus den USA kommen weiter widersprüchliche Signale zur Bewältigung des Konflikts mit dem Iran. US-Präsident Donald Trump sprach in der Nacht von einem «Regimewechsel», den die USA im Iran eingeleitet haben. Am Montagmittag hat der Republikaner zwar erneut bekräftigt, dass ein Deal mit dem Iran kurz bevorstehe, im gleichen Atemzug droht er den Iranern jedoch heftig. 

Foto: keystone-sda.ch

Auf Truth Social schreibt Trump: «Die Vereinigten Staaten von Amerika führen ernsthafte Gespräche mit einem neuen und vernünftigeren Regime, um unsere Militäroperationen im Iran zu beenden. Es wurden grosse Fortschritte erzielt, aber sollte aus irgendeinem Grund nicht bald eine Einigung erzielt werden – die wir aber wahrscheinlich erzielen werden – werden wir unseren angenehmen Aufenthalt im Iran beenden, indem wir alle Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Charg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!), die wir bisher bewusst nicht angegriffen haben, sprengen und vollständig zerstören.»

Dies werde eine Vergeltung sein für die «vielen US-Soldaten und andere», die der Iran während der 47-jährigen Schreckensherrschaft des alten Regimes massakriert und getötet habe. 

Aktuell läuft in den USA eine grosse Diskussion über den Einsatz von Bodentruppen. Der Iran behauptet sogar, genaue Invasionspläne der Amerikaner zu kennen, wie mein Kollege Daniel Kestenholz in diesem Artikel dargelegt hat. 

13:31 Uhr

Iran bestätigt: Hochrangiger Marine-Kommandant ist tot

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Über Tage wurde spekuliert und auf eine Antwort gewartet. Nun ist klar: Der iranische Marinekommandant der Revolutionsgarden, Alireza Tangsiri, ist tot. 

Foto: keystone-sda.ch

In einer Erklärung der Garden heisst es, Tangsiri sei seinen «schweren Verletzungen» erlegen. 

Letzte Woche erklärte Israels Verteidigungsminister Israel Katz, der Kommandant sei zusammen mit anderen Beamten bei einer «präzisen und tödlichen Operation» der israelischen Armee getötet worden. 

Seit Beginn des Iran-Krieges töteten US-israelische Luftangriffe bereits zahlreiche Mullah-Vertreter. Neben Obermullah Ali Chamenei (†86) wurde auch Sicherheitschef Ali Laridschani eliminiert. ​In diesem Artikel​ liest du, warum er für die iranische Führung so zentral war. 

10:22 Uhr

Spanien schliesst Luftraum für am Krieg beteiligte Jets

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

US-Präsident Donald Trump (79) ist kein Freund der spanischen Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez (54). Am Montag liefert ihm Madrid einen weiteren Grund für seine Abneigung. 

Spanien schliesst seinen Luftraum für Flugzeuge, die am Iran-Krieg beteiligt sind. Das berichtet die Zeitung «El Pais» am Montag. Aussenminister José Manuel Albares (54) bestätigte den Bericht kurz darauf in einem Interview mit dem Radiosender RAC 1. Nachdem die spanische Regierung den USA bereits die Nutzung der Luftwaffenstützpunkte Morón und Rota für Angriffe und die Versorgung von im Nahostkonflikt eingesetzten Einheiten untersagt hatte, geht sie nun einen Schritt weiter. Die Luftraumbeschränkung betrifft vor allem amerikanische Flugzeuge, die in anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Grossbritannien stationiert sind und an Militäroperationen am Golf beteiligt sind.

Spanien will die Eskalation im Nahen Osten nicht weiter anheizen. Das unterstrich Madrids Aussenminister Albares am Montag.
Foto: keystone-sda.ch

Albares betonte, Spanien solle nicht unternehmen, was die Eskalation verstärken könnte. Dies stehe im Einklang mit der Politik der spanischen Regierung seit Kriegsbeginn, sich nicht daran zu beteiligen, da sie den Krieg als ausserhalb des Völkerrechts liegend betrachte. Das Verbot betrifft laut «El Pais» auch Tankflugzeuge. 

In der Vergangenheit hat Trump Spanien mehrmals mit einem Ausschluss aus der Nato gedroht. In diesem Zuge thematisierte er auch mögliche Strafzölle der USA gegen das europäische Land.

07:22 Uhr

Trump erwägt Uran-Militäroperation

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Braucht er dafür die Bodentruppen? Wie das «Wall Street Journal» am Sonntagabend berichtete, erwägt US-Präsident Donald Trump (79) eine Militäroperation, um dem Iran fast 500 Kilogramm Uran abzunehmen. Die Mission dürfte mindestens Tage, vielleicht sogar Wochen in Anspruch nehmen, schreibt die US-Zeitung.

Trump soll seine Berater zudem angehalten haben, Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser der Herausgabe des Materials als Bedingung für ein Kriegsende zustimmt. Trump habe in Gesprächen mit politischen Verbündeten deutlich gemacht, dass die Iraner das Material nicht behalten dürfen, und er hat die Möglichkeit einer gewaltsamen Beschlagnahmung erörtert, sollte der Iran es am Verhandlungstisch nicht herausgeben, berichtet das «Wall Street Journal» weiter.

US-Präsident Donald Trump will an das iranische Uran – militärisch oder diplomatisch.
Foto: keystone-sda.ch

Gegenüber Reportern erklärte Trump am Sonntagabend: «Sie werden uns den nuklearen Staub liefern.» Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi (65), vermutet, dass sich das Uran hauptsächlich an zwei der drei Standorte befindet, die die USA und Israel im Juni angegriffen haben: einem unterirdischen Tunnel im Atomkomplex in Isfahan und einem Lager in Natans. Experten zufolge verfügen die Iraner über Zentrifugen zur Urananreicherung und die Fähigkeit, eine neue unterirdische Anreicherungsanlage zu errichten.

Die Bergung des Materials im Rahmen einer Miltäroperation müsste wahrscheinlich von einem Elite-Spezialeinsatzkommando durchgeführt werden, das speziell für die Entfernung radioaktiver Stoffe aus Konfliktgebieten ausgebildet ist. «Das ist keine Sache, die man mal eben schnell erledigt», sagte der Ex-US-General Joseph Votel (68), ehemaliger Kommandant des US Central Command und des US Special Operations Command dem «Wall Street Journal». Wie mein Kollege Daniel Kestenholz in seinem Artikel schreibt, weiss Teheran bereits über Trumps Überlegungen Bescheid

05:28 Uhr

Trump spricht von De-facto-«Regimewechsel» im Iran

Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst

An Bord der Air Force One hat US-Präsident Donald Trump keinen Zweifel: Die Liquidierung von Revolutionsführer Ali Chamenei und Dutzenden weiterer Spitzenbeamter komme einem vollständigen Regimewechsel im Iran gleich. «Das eine Regime wurde dezimiert, zerstört – sie sind alle tot», sagte Trump gegenüber mitreisenden Journalisten am späten Sonntag. «Das nächste Regime ist so gut wie tot, und beim dritten Regime – da haben wir es mit anderen Leuten zu tun als je zuvor, und ehrlich gesagt, die sind sehr vernünftig.»

«Dritte Gruppe scheint vernünftiger zu sein»
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Trump über Regimewechsel:«Dritte Gruppe scheint vernünftiger zu sein»

Es sei «wirklich ein Regimewechsel», so Trump laut der «Times of Israel». «Besser kann man es kaum machen.» Ein Abkommen zur Beendigung des Krieges «könnte bald zustande kommen». Iran habe zugestimmt, 20 weitere Schiffe durch Hormus passieren zu lassen.

Die Realität dagegen scheint komplizierter: Die Islamische Republik als solche steht noch. Washington versucht nun, mit Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf zusammenzuarbeiten. Dabei gilt der enge Vertraute der Revolutionsgarden als ebenso kompromisslos wie seine Vorgänger.

Chameneis Sohn Modschtaba, von iranischen Geistlichen zum neuen Revolutionsführer bestimmt, soll schwer verletzt sein und ist laut Trump nicht erreichbar. «Er ist vielleicht am Leben, aber offensichtlich sehr schwer verwundet», so der US-Präsident. Modschtaba Khamenei soll bereits am ersten Kriegstag getroffen und verletzt worden sein.

01:26 Uhr

Fotos zeigen zerstörtes US-Spionageflugzeug

Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst

Ein iranischer Raketen- und Drohnenangriff auf den Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien hat eines der wertvollsten Aufklärungsflugzeuge der US-Luftwaffe zerstört. Bilder vom Angriff am Freitag zeigen das völlig zerstörte Wrack einer E-3G-Sentry – das Rumpfmittelteil wurde förmlich aufgerissen, die Elektronik liegt offen im Schutt. Besonders verheerend: Der Angriff zielte offenbar gezielt auf das rotierende Radardom am Heck des Flugzeugs, das Herzstück des Aufklärungssystems. Mindestens zwölf US-Soldaten wurden verletzt, fünf davon schwer.

Das bei einem iranischen Angriff in Saudi-Arabien zerstörte US-Spionageflugzeug E-3G Sentry.

Die E-3G-Sentry ist kein gewöhnliches Flugzeug. Sie ist das Auge der US-Streitkräfte am Himmel – in der Lage, Drohnen, Raketen und Flugzeuge über Hunderte von Kilometern zu verfolgen. Luftwaffenexperte Colonel John Venable spricht gegenüber dem «Wall Street Journal» von einem «riesigen Problem»: Die USA besitzen nur noch 16 solcher Maschinen, die Produktion wurde bereits 1992 eingestellt. Jedes zerstörte Exemplar ist unwiederbringlich verloren. «Es schwächt unsere Fähigkeit erheblich, die Lage im Golf zu überblicken», warnt Venable.

Teheran hat mit einem einzigen Angriff nicht nur ein Dutzend US-Soldaten ausser Gefecht gesetzt, sondern auch ein strategisch unersetzliches Aufklärungssystem eliminiert. Der Ersatz – die Boeing E-7 Wedgetail – kostet 700 Millionen Dollar pro Stück und ist noch nicht einsatzbereit. Teheran machte damit unmissverständlich klar: Der Iran weiss offenbar, wo die verwundbarsten Punkte der US-Militärmaschinerie liegen.

29.03.2026, 22:13 Uhr

USA zerstören Atomanlage im Iran

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Die USA und Israel haben am Freitag die Atomanlage Chondab angegriffen. Der Schaden: immens! Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wurde die Anlage schwer beschädigt und ist nicht mehr betriebsfähig. Das teilte die IAEA auf X mit. 

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Im Iran-Krieg halten sich die Huthi-Rebellen auffällig zurück. Aber warum? Und wieso wäre ihr Einsatz im Krieg fatal. Dazu hat mein Kollege Samuel Schumacher eine Analyse geschrieben. Du findest sie hier

29.03.2026, 19:40 Uhr

Gespräche zwischen USA und Iran angekündigt

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Pakistan hat angekündigt, in den kommenden Tagen Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten. «Pakistan ist sehr erfreut, dass sowohl der Iran als auch die USA ihr Vertrauen in Pakistans Vermittlungsrolle ausgedrückt haben», erklärte Aussenminister Ishaq Dar am Sonntag in einer TV-Ansprache.

Pakistans Aussenminister Ishaq Dar.

Die Gespräche sollen nach einem Treffen hochrangiger Diplomaten aus der Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien in Islamabad stattfinden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press. Die pakistanische Regierung äusserte sich nicht zu Details oder zur Art der Gespräche, ob sie direkt oder indirekt geführt werden sollen.

29.03.2026, 16:03 Uhr

Wichtiges Treffen in Pakistan

Von Johannes Hillig

Wie lange geht der Iran-Krieg noch? In Islamabad haben Ägypten, Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan über den Konflikt USA-Israel-Iran und eine mögliche Deeskalation beraten. Pakistans Premier Sharif führte ausserdem ein privates Gespräch mit Saudi-Arabiens Aussenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud.

Pakistan, das enge Beziehungen zu Washington und Teheran hat, agiert als Vermittler. So wurde zum Beispiel ein 15-Punkte-Friedensplan der USA über Pakistan an den Iran übermittelt. Am Montag werden die Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt fortgesetzt.

29.03.2026, 12:54 Uhr

«Unsere Entschlossenheit und unser Glaube sind gewachsen»

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Vor genau 29 Tagen schlugen die ersten Bomben in Teheran ein – der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf markiert die Monatsmarke im Krieg mit einer Rede an die Nation. Klar schlägt dabei vor allem ein drohender Ton durch.

Mohammad Bagher Ghalibaf droht den Vereinigten Staaten.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Im Vorhinein haben Berichte der «Washington Post» angedeutet, es könne nun doch zu den heiss diskutierten Bodentruppen-Einsätzen kommen. Auch im Iran bleibt diese Entwicklung aus dem Pentagon nicht unbemerkt. «Die iranischen Streitkräfte warten auf die Ankunft amerikanischer Bodentruppen, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen», so Ghalibaf laut «The Guardian».

«Unser Beschuss geht weiter. Unsere Raketen sind bereit. Unsere Entschlossenheit und unser Glaube sind gewachsen», erklärt der Parlamentssprecher zudem. Was auch irritiert: In seiner Ansprache bezeichnete er den laufenden Konflikt als einen «Weltkrieg».

«Die Vereinigten Staaten bringen ihre Wünsche in einer Liste mit 15 Punkten zum Ausdruck und verfolgen das, was sie im Krieg nicht erreicht haben. Wir befinden uns in einem grossen Weltkrieg, und wir müssen uns auf den beschwerlichen und schwierigen Weg vorbereiten, der vor uns liegt, bis wir den Gipfel erreichen.»

Reaktionen aus Israel oder den USA auf die Statements von Ghalibaf blieben bisher aus.

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