Israel soll Irans obersten Sicherheitschef getötet haben
Ali Laridschani – ein Leben im Dienst der Revolution

Ali Laridschani, einer der mächtigsten Männer im Iran und Schlüsselfigur nach dem Tod von Revolutionsführer Ali Chamenei, soll tot sein. Israels Verteidigungsminister Israel Katz spricht von einer «Eliminierung». Eine Bestätigung aus Teheran fehlt.
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Laut israelischen Angaben soll Ali Laridschani tot sein.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ali Laridschani (†67), ein Schlüsselakteur des iranischen Regimes, wurde eliminiert
  • Israels Verteidigungsminister Katz meldete Tötung, Iran bestätigte dies nicht
  • Laridschani war 12 Jahre Parlamentssprecher, studierte Mathematik und Philosophie
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Daniel MacherRedaktor News

Ali Laridschani (†67) galt als einer der mächtigsten Männer im Iran – und als Schlüsselfigur im Machtapparat nach dem Tod von Revolutionsführer Ali Chamenei (†86). Nun soll er tot sein. Israels Verteidigungsminister Israel Katz (70) erklärte am Montagabend, Laridschani sei «eliminiert» worden. Eine offizielle Bestätigung aus Teheran steht noch aus.

Der 67-Jährige war zuletzt Chef des Nationalen Sicherheitsrats und hatte sich in den vergangenen Monaten zu einem zentralen Akteur des iranischen Regimes entwickelt. Er spielte sowohl bei der brutalen Niederschlagung der landesweiten Proteste im Januar als auch beim politischen Übergang nach Chameneis Tod eine entscheidende Rolle. Beobachter nannten ihn den Mann, der das System zusammenhielt.

Ein Leben im Dienst der Revolution

Laridschani war ein Veteran der Islamischen Republik. In den 1980er-Jahren kämpfte er als Kommandeur der Revolutionsgarde im Krieg gegen den Irak. Danach wechselte er in die Politik: Er leitete den staatlichen Rundfunk, verhandelte als Chefunterhändler in Atomfragen mit dem Westen und war zwölf Jahre lang Sprecher des Parlaments. Als enger Vertrauter Chameneis galt er in Sicherheitsfragen als dessen wichtigster Berater.

Zuletzt führte Laridschani den Obersten Nationalen Sicherheitsrat – ein Posten, der ihm direkten Zugriff auf die militärische und strategische Planung des Landes gab. Nach dem erneuten Aufflammen des Konflikts mit Israel und den USA wurde er zum Gesicht des iranischen Widerstands. «Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten hat sich der Iran auf einen langen Krieg vorbereitet», schrieb er kurz nach Beginn des Konflikts auf der Plattform X.

Pragmatiker im Schatten Chameneis

Laridschani stammte aus einer der einflussreichsten Familien der Islamischen Republik. Sein Bruder Sadegh (65) war einst Leiter der Justiz und gilt ebenfalls als Hardliner. Beide Brüder repräsentierten eine Generation von Funktionären, die tief im ideologischen und machtpolitischen Gefüge des Staates verwurzelt ist.

Obwohl Laridschani als Pragmatiker galt – in den 2000er-Jahren wurde er im Westen als moderater Gesprächspartner wahrgenommen –, war seine Loyalität zur Islamischen Republik unerschütterlich. Für ihn stand das Überleben des Systems, des sogenannten Nezam, über allem. Seine Ausbildung spiegelte diese Mischung aus Rationalität und Ideologie wider: Er studierte Mathematik und Informatik an der Sharif University of Technology, promovierte später in Philosophie und beschäftigte sich intensiv mit Immanuel Kant.

Noch vergangene Woche zeigte er sich bei einer Kundgebung in Teheran – trotz der Gefahr, Ziel israelischer Angriffe zu werden.

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