«Wir haben gewonnen!»
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Trump-Auftritt zum Iran-Krieg:«Wir haben gewonnen!»

Strategie oder Planlosigkeit?
Trump widerspricht sich mit Aussagen zu Iran-Krieg

Mal spricht er davon, dass der Krieg vier oder fünf Wochen dauern werde, dann sagt er, er habe sich kein Zeitlimit gesetzt und redet die steigenden Benzinpreise klein. Gemäss Experten könnte es sich um Absicht also «Strategie mit widersprüchlichen Botschaften» handeln.
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Donald Trump verwirrt beinahe täglich mit widersprüchlichen Aussagen zum Krieg im Iran und seiner Strategie.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Trump sorgt mit widersprüchlichen Aussagen auf Truth Social für Verwirrung.
  • 2017 bis 2021: 30'573 falsche oder irreführende Aussagen von ihm gezählt.
  • Benzinpreise in den USA seit Februar-Kriegsbeginn um fast 19 Prozent gestiegen.
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Angela RosserJournalistin News

Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social postet US-Präsident Donald Trump (79) täglich mehrere Beiträge und stiftet damit oft reichlich Verwirrung. Bereits während seiner ersten Amtszeit machte es sich die «Washington Post» zur Aufgabe, die Fakten hinter Trumps Aussagen und die von ihm getätigten widersprüchlichen Aussagen zu analysieren und zu prüfen.

Trump überrascht mit «Respektlosigkeit gegenüber Fakten»

Mit seiner «ungewöhnlich krassen Respektlosigkeit gegenüber Fakten» habe er das zuständige Team aber vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Binnen der vier Jahre seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 wurden 30'573 falsche oder irreführende Aussagen gezählt.

Er bezeichnet zum Beispiel den Klimawandel als «Schwindel», behauptete, dass Kinder «praktisch immun» gegen Covid-19 seien und unterstellte den Demokraten während der Debatte um Abtreibungen, dass diese «nach der Geburt abtreiben wollen». 

Strategie der Verwirrung

Aktuell verwirrt er regelmässig mit seinen Aussagen zum Krieg im Iran, wie eine Analyse bei «Focus» aufzeigt. 

Am 2. März sagte Donald Trump: «Von Beginn an haben wir mit vier oder fünf Wochen gerechnet, aber wir haben die Fähigkeiten, viel länger weiterzumachen.» Dieser Aussage widersprach er nur drei Tage später: «Ich setze mir für nichts irgendwelche Zeitgrenzen. Ich will es einfach nur erledigt haben.» Am 9. März mutmasste er, dass der Krieg weitgehend zu Ende sei. 

Hinter diesen unterschiedlichen Aussagen könnte Kalkül stecken. In Fachkreisen wird dabei von «Mixed Messaging Strategy» gesprochen. Das bedeutet, dass nicht nur eine klare Botschaft gesendet wird, sondern mehrere und teilweise sogar unterschiedliche und widersprüchliche. Dies kann zum Ziel haben, Gegner zu verwirren oder verschiedene Zielgruppen anzusprechen.

Benzinpreis-Schock statt Billig-Sprit

Die Folgen des Krieges spüren auch die Autofahrerinnen und Autofahrer in den USA. Beim Tanken steigt die Dollarzahl an der Zapfsäule rasant in die Höhe. Trump versuchte am Freitag, diesen Umstand kleinzureden. «Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der grösste Ölproduzent der Welt. Wenn die Ölpreise steigen, verdienen wir also viel Geld», schrieb er auf Truth Social.

Zwar haben die USA bei der Produktion von Öl die Nase vorn, bei den Öl-Exporten jedoch liegen die USA hinter Saudi-Arabien und Russland – und Geld verdient sich durch eben diese Exporte. Im Wahlkampf versprach Trump, die Treibstoff-Preise zu senken. 

Statt günstiger wird das Benzin nun teurer. Seit Kriegsbeginn Ende Februar stieg der Preis um fast 19 Prozent, wie der amerikanische Automobilverband mitteilt. Eine Gallone Sprit kostet aktuell rund 3.54 Dollar (rund 2.80 Franken). Es ist das erste Mal seit Juli 2024, dass der Durchschnittspreis die Marke von 3.50 Dollar knackte. Eine Gallone entspricht 3,785 Litern.

Tanken wird auch in der Schweiz teurer

Auch die Schweiz kriegt die Auswirkungen des Krieges auf die Benzinpreise zu spüren. Laut dem TCS-Benzinpreisradar stieg der Preis für Bleifrei 95 um etwa 11 Prozent auf rund 1.79 Franken pro Liter – je nachdem, welche Tage man als Referenz nimmt. Rechnet man das auf die amerikanische Gallone um, ist dies immer noch um einiges teurer, als in den USA, was auf die hohen Abgaben und Importkosten zurückzuführen ist.

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