Darum gehts
- Selenski zur Einfrierung der Front bereit
- Trump sieht Kriegsende nah
- Putin will ohne Kiew verhandeln
Mit diesem Satz lässt Wolodimir Selenski (48) aufhorchen: «Ja, jetzt müssen wir einfrieren.» Im US-Sender Fox News wurde der ukrainische Präsident am Mittwoch gefragt, ob er einen Deal akzeptieren würde, der alles so belässt, wie es ist. Die Ukraine würde dabei rund drei Viertel ihres Landes behalten. Selenski sagte, das sei ein realistischer Weg, den Krieg zu beenden.
Ein Einfrieren sei aber nur das Minimum, das man von Russland verlange. Danach will Kiew von den USA und den Europäern Sicherheitsgarantien. Die Ukraine verliere zwar nicht den Krieg, aber Menschen und Zeit, schrieb Selenski auf X.
«So nah wie noch nie»
Rückenwind kommt aus Washington. Er habe mit Kremlchef Wladimir Putin (74) über Wege zu einem Kriegsende gesprochen, sagte US-Präsident Donald Trump (80) am Mittwoch im Weissen Haus. Man komme dem näher, «vielleicht so nah wie noch nie».
Dies, nachdem Trump den Druck auf Kiew in den vergangenen Wochen massiv erhöhte und einen Diesel-Deal mit Moskau abschloss. Ein russischer Tanker mit der ersten Diesellieferung in die Vereinigten Staaten wird am Donnerstag den Hafen verlassen. Dies sei Teil eines Energieabkommens zwischen Putin und Trump, sagte der russische Vizeregierungschef Alexander Novak (55) am Mittwoch.
Amerikaner freigelassen
Auch aus Moskau kommen unterstützende Signale. Putin empfing am Mittwoch Trumps Sondergesandten Steve Witkoff (69) bei St. Petersburg zu einem fast dreistündigen Gespräch. Danach stimmte er grundsätzlich zu, um den 10. November wieder Dreiergespräche mit den USA und der Ukraine aufzunehmen.
Zudem liess Russland den inhaftierten US-Lehrer Stephen Hubbard (74) frei. Der Amerikaner aus Michigan sass seit April 2022 in russischer Haft, verurteilt als angeblicher Söldner für die Ukraine.
Putins Weltbild
Doch Putin denkt grösser. Er hat ein Treffen mit Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im November in Shenzhen ins Spiel gebracht, um über das Ende des Kriegs zu reden. Selenski und die Europäer wären nicht dabei. Das spricht für Putins Weltbild aus Sowjetzeiten: Die Grossmächte entscheiden, kleine Länder haben sich zu fügen.