Darum gehts
- Putin soll Trump einen Dreiergipfel mit Xi zu einem Ukraine-Friedensdeal vorgeschlagen haben
- Selenski warnt, ein Ende der US-Unterstützung wäre ein historischer Fehler und tragisch für Kiew
- Der Apec-Gipfel in Shenzhen im November gilt als möglicher Ort, eine Agenda fehlt noch laut Kreml
Wird über die Zukunft der Ukraine bald ohne die Ukraine verhandelt? Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» soll Russlands Präsident Wladimir Putin (74) einen Dreiergipfel mit US-Präsident Donald Trump (80) und Chinas Staatschef Xi Jinping (73) ins Spiel gebracht haben. Ziel wäre ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs – möglicherweise zu Bedingungen, die vor allem Moskau entgegenkommen.
Wie die US-Zeitung unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen berichtet, soll Putin den Vorschlag bereits am 9. Oktober bei einem Telefonat mit Trump unterbreitet haben. Dabei ging es auch um einen Deal über russische Diesel-Lieferungen an die USA. Trump hat einem offiziellen Gipfel bislang nicht zugestimmt, soll der Idee aber offen gegenüberstehen.
Selenski warnt vor historischem Fehler
Für die Ukraine wäre ein solcher Gipfel ohne eigene Beteiligung ein diplomatischer Affront. Präsident Wolodimir Selenski (48) befürchtet, dass Washington Moskau zu weit entgegenkommen könnte – auf Kosten ukrainischer Gebiete und der Sicherheit des Landes.
Gegenüber dem US-Sender NBC warnte Selenski vor den Folgen eines Kurswechsels der USA: Sollte sich Washington auf die Seite Russlands stellen, könne die Ukraine nicht überdauern. Ein Ende der amerikanischen Unterstützung wäre ein «historischer Fehler» und eine «grosse Tragödie».
Als möglicher Schauplatz gilt der Apec-Gipfel am 18. und 19. November in Shenzhen, China. Trump hat eine Reise nach China bereits angekündigt. Auch der Kreml bestätigte, dass die Möglichkeit eines Treffens grundsätzlich geprüft werde. Eine feste Agenda gebe es allerdings noch nicht.