Darum gehts
- CIA-Direktor John Ratcliffe reiste unangekündigt nach Moskau, Gespräche bleiben geheim
- Thema: Russische Militärmobilisierung, möglicher Angriff auf Nato-Mitgliedsstaat
- Trump: Treffen Routine, Ratcliffe spricht 1–2 Mal jährlich mit Russen
Der Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe (60) in Moskau löste auf der ganzen Welt heisse Spekulationen aus. Warum suchte der US-Geheimdienst ein Gespräch mit Vertretern des Kreml-Chefs Wladimir Putin (73)?
Laut US-Medienberichten ging es wohl um eine weitere russische militärische Mobilmachung in der Ukraine. Putin wollte so wohl einen begrenzten Vorstoss erwägen, um die Entschlossenheit der Nato zu testen. Ratcliffes Besuch in Moskau wurde also als mögliche Botschaft an Moskau gedeutet, diese Pläne zu überdenken. Der CIA-Direktor habe dabei sogar die Möglichkeit einer russischen Operation gegen ein Nato-Mitglied angesprochen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.
Trump spielt Moskau-Reise herunter
Sehen die USA also womöglich sogar eine russische Aggression gegen ein Nato-Land am Horizont? US-Präsident Donald Trump (80) verneinte das am Donnerstag ganz deutlich. Putin werde «kein Nato-Territorium angreifen», erklärte er am Donnerstag vor Reportern im Oval Office.
Auch den Moskau-Trip seines CIA-Direktors spielte Trump deutlich herunter. «Ratcliffe trifft seinen russischen Amtskollegen etwa alle sechs Monate oder einmal im Jahr. Sie pflegen ein sehr gutes Verhältnis. Es gab keine Nachricht und nichts Ungewöhnliches», erklärte er gegenüber «Axios».
Obwohl Trump Ratcliffes Reise als eine reine Formsache darstellt, wurde der Moskau-Besuch des CIA-Direktors von beiden Seiten lange geheim gehalten. Die Reise blieb unangekündigt, und zunächst bestätigten weder CIA noch Kreml seine Anwesenheit. Erst später räumte Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) ein, Ratcliffe sei zu «Kontakten zwischen den Geheimdiensten» in der russischen Hauptstadt gewesen.