Darum gehts
- USA verhängen ab Samstag 50-Prozent-Zölle auf kanadische Güter
- Betroffen: Güter im Wert von 20 Milliarden Dollar, inklusive Eishockeyschläger
- Donald Trump fordert Bau der Keystone-XL-Pipeline, Kanada lehnt weiterhin ab
Kein Deal zwischen den USA und Kanada: Die aufgeschobene Frist für neue US-Zölle gegen das nördliche Nachbarland ist ohne Einigung abgelaufen, wie Kanadas Premierminister Mark Carney (61) in der Nacht auf Samstag mitteilte.
Darum sind nun Zölle von 50 Prozent auf kanadische Güter im Wert von rund 20 Milliarden Dollar in Kraft. Kanada werde mit Zöllen in gleicher Höhe zum Schutz der Beschäftigten und Unternehmen antworten, so Carney. Die Verhandlungen mit den USA seien ausgesetzt.
Die Importabgaben betreffen eine breite Produktpalette. Unter anderem Wein, Käse, Zement, Möbel, Kleidung – und das wohl kanadischste Produkt schlechthin: Eishockeyschläger.
Trump will umstrittene Öl-Pipeline
Eigentlich hätten die neuen Strafzölle bereits am Mittwoch in Kraft treten sollen. Doch weniger als zwei Stunden vor Ablauf der Frist legte US-Präsident Donald Trump (80) seine Pläne auf Eis – für 72 Stunden. Der Grund: Der US-Präsident will offenbar mit allen Mitteln durchdrücken, dass die umstrittene Öl-Pipeline Keystone XL gebaut wird.
Es handelt sich dabei um ein eingefrorenes Projekt, das die bestehende Keystone-Pipeline erweitern soll. Durch die Röhre soll Öl von der kanadischen Provinz Alberta bis an den Golf von Mexiko fliessen. Umweltschützer bekämpften das Vorhaben jahrelang – mit Erfolg. 2021 gaben die Betreiber und die Regierung von Alberta bekannt, das Pipeline-Projekt nicht umzusetzen. Mit den Zöllen will Trump erreichen, dass Kanada das Pipeline-Projekt doch noch realisiert. Bisher ohne Erfolg.