Er will einen Deal für eine umstrittene Ölpipeline
Trump legt Zölle gegen Kanada auf Eis – für 72 Stunden

Kurz vor Inkrafttreten setzt Donald Trump die neuen Strafzölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte aus. Bis Samstag haben die beiden Länder Zeit, um sich auf einen Deal zu einigen. Der US-Präsident will den Bau einer umstrittenen Ölpipeline durchdrücken.
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Donald Trump hat die Einführung der Strafzölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte verschoben.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Donald Trump stoppt geplante US-Strafzölle gegen Kanada von 50 Prozent für 72 Stunden
  • Trump fordert Bau der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline als Verhandlungsbasis
  • Zölle hätten kanadische Exporte im Wert von 20 Milliarden Dollar betroffen
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der nordamerikanische Freihandel hängt an einem seidenen Faden: In der Nacht auf Mittwoch hätten neue US-Strafzölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte im Wert von 20 Milliarden Dollar in Kraft treten sollen. Eigentlich. Doch weniger als zwei Stunden vor Ablauf der Frist hat US-Präsident Donald Trump (80) seine Pläne auf Eis gelegt – für 72 Stunden. «Ich habe die 50-prozentigen Zölle gegen Kanada für eine Frist von drei Tagen ausgesetzt», so Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social.

Die Ankündigung verhindert vorerst eine weitere Eskalation im Zollstreit der beiden Nachbarn. Und verschafft den Unterhändlern der zwei Länder etwas Zeit. Denn offenbar zielt Trump auf einen Deal mit Kanadas Premierminister Mark Carney (61) ab. 

Umweltschützer bekämpften Projekt mit Erfolg

Der US-Präsident will offenbar mit allen Mitteln durchdrücken, dass die umstrittene Öl-Pipeline Keystone XL gebaut wird. Es handelt sich dabei um ein eingefrorenes Projekt, das die bestehende Keystone-Pipeline erweitern soll. Durch die Röhre soll Öl von der kanadischen Provinz Alberta bis an den Golf von Mexiko fliessen. Umweltschützer bekämpften das Vorhaben jahrelang – mit Erfolg. 2021 gaben die Betreiber und die Regierung von Alberta bekannt, das Pipeline-Projekt nicht umzusetzen.

Mit seinen Zolldrohungen setzt Trump Kanada unter Druck, die Öl-Pipeline nun doch noch zu realisieren. Die neuen Zölle hätten die kanadische Wirtschaft hart getroffen. Die Importabgaben sollen auf eine breite Produktpalette anfallen. Betroffen sind unter anderem Wein, Käse, Zement, Möbel, Kleidung – und das wohl kanadischste Produkt schlechthin: Eishockeyschläger. Fast drei Viertel aller Güter exportiert Kanada in die USA.

Premierminister Carney erweist sich jedoch als hartnäckiger Verhandler. Er bestätigte zwar Fortschritte für einen Deal. Gleichzeitig betonte er aber, dass viele Details noch nicht geklärt sind. Heisst: Eine Zoll-Eskalation zwischen den USA und Kanada ist noch lange nicht vom Tisch.

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