Darum gehts
- Iran trotz grösster Erdgasreserven von Benzin- und Gasknappheit betroffen
- US-Sanktionen behindern Verarbeitung von Rohstoffen im Iran
- 2025 importierte Iran Treibstoff für 6 Milliarden Dollar
Nach Russland verfügt der Iran über die grössten Erdgasreserven der Welt. Trotzdem verdichten sich die Anzeichen, dass der Islamischen Republik Benzin und Gas ausgehen.
Lange Warteschlangen vor den Tankstellen prägen in den vergangenen Tagen das Bild in den Städten des Landes. «Die letzten drei Male, als ich tanken wollte, war die Tankstelle bereits gegen fünf oder sechs Uhr abends leer», erzählt ein betroffener Iraner der «NZZ».
US-Sanktionen verschärfen Lage
Obwohl eine Benzinkrise im Iran im ersten Moment paradox klingt, könnte es dafür mehrere Gründe geben. Einerseits würden US-amerikanische Sanktionen der Islamischen Republik den Zugang zu Technologien erschweren. Dies wäre nötig, um die Erdgasreserven und das Rohöl im Land zu verarbeiten und nutzbar zu machen.
Bereits im vergangenen Jahr musste der Iran Treibstoff für umgerechnet 6 Milliarden Dollar importieren, heisst es im Bericht der «NZZ» weiter. Die Nachfrage im Inland habe die eigenen Kapazitäten zur Verarbeitung der Rohstoffe weit überstiegen.
Knappheit rechtfertigt Rationierung
Andererseits könnte das Mullah-Regime die Krise auch bewusst verschärfen, um sie für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Benzin und Gas werden im Iran stark subventioniert und sind für die Bevölkerung praktisch kostenlos. Bei Preiserhöhungen an den Zapfsäulen hatte es jeweils massive Proteste der Bevölkerung gegeben.
Durch die momentane Krise könnte die Regierung eine Wahrnehmung der Knappheit in der Bevölkerung schaffen. Der Benzinverbrauch der Iraner könnte dann durch Rationierungen gedrosselt werden.