Darum gehts
- Russland und Ukraine setzen Angriffe fort, Tote und Verletzte gemeldet
Am Pfingstmontag starb ein Mann in Belgorod, in der Region Cherson kamen zwei Menschen ums Leben
- Russland hatte am Wochenende rund 600 Drohnen und 90 Raketen – darunter eine Oreschnik – eingesetzt
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Angriffe im Grenzgebiet am Pfingstmontag fortgesetzt. Nur einen Tag nach einem schweren russischen Luftangriff auf Kiew meldeten beide Seiten erneut Tote und Verletzte.
In der russischen Grenzregion Belgorod kam nach Angaben der Behörden ein Mann bei einem Raketen- und Drohnenangriff ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Zudem sei die Energieinfrastruktur beschädigt worden, was in Teilen der Stadt zu Strom- und Wasserausfällen führte, wie die Behörden auf Telegram mitteilten.
Tote und Verletzte auf beiden Seiten
Auch in den von Russland kontrollierten Gebieten der Ostukraine gingen die Kämpfe weiter. In Horliwka wurden nach Angaben des russischen Staatsfernsehens fünf Menschen bei Drohnenangriffen verletzt.
Auf ukrainischer Seite meldeten die Behörden in der südukrainischen Region Cherson zwei Tote und 16 Verletzte infolge russischer Angriffe, die bereits am Sonntag begonnen hatten. In der Region Saporischschja wurden drei weitere Menschen verletzt. Die aktuellen Angriffe folgen auf eine der schwersten russischen Bombardierungen seit Beginn des Krieges im Februar 2022.
Besonders betroffen war die Hauptstadt Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte auf Telegram mit, dass bei den russischen Raketen- und Drohnenangriffen vom 24. Mai zwei Menschen getötet und insgesamt 86 bis 87 Personen verletzt wurden, darunter auch Kinder. Laut Behörden befanden sich am Sonntagmorgen noch 21 Verletzte in Krankenhäusern der Stadt.
Einsatz von Raketen und Drohnen
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe insgesamt rund 600 Drohnen und etwa 90 Raketen eingesetzt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums kamen dabei verschiedene Raketentypen zum Einsatz, darunter die Hyperschall-Mittelstreckenrakete Oreschnik sowie die Systeme Iskander, Kinschal und Zirkon. Moskau bezeichnete die Angriffe als Vergeltungsschläge für ukrainische Attacken gegen zivile Ziele.
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha (51) forderte nach den jüngsten Luftangriffen eine entschlossene internationale Reaktion. Er verlangte die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats sowie ein Treffen der OSZE.
Sybiha wirft Russland vor, mit den Angriffen militärische Rückschläge kompensieren zu wollen. Zudem kritisierte er den Einsatz der neuen Oreschnik-Rakete scharf und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Russland durch koordinierte, multilaterale Massnahmen zu einem dauerhaften Frieden zu bewegen.