Strand-Zoff in Italien
Wer hier Schatten will, braucht plötzlich ein kleines Kind

Auf Sardinien dürfen Badegäste zwischen 10 und 65 Jahren keine eigenen Sonnenschirme mitbringen. Nur Familien mit kleinen Kindern und Senioren erhalten eine Ausnahme.
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Nicht jeder darf hier noch einen Sonnenschirm aufstellen. Erlaubt sind Sonnenschirme nur für bestimmte Altersgruppen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sardinien verbietet Sonnenschirme für Erwachsene zwischen 10 und 65 Jahren
  • Regelung dient dem Schutz empfindlicher Küstengebiete und Natur
  • Zugang zum Strand kostet 10 Euro und erlaubt nur einen Schirm
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Die Regel am Traumstrand im Südosten der italienischen Insel ist knallhart: Erlaubt ist der eigene Schattenspender nur noch für Familien mit Kindern unter 10 Jahren sowie für Senioren ab 65 Jahren.

Und selbst diese Gruppen dürfen pro Familie strengstens nur ein einziges Exemplar in den Sand stecken, wie die Zeitung «Cronache dalla Sardegna» zuerst berichtete.

Im Netz sorgt das neue Gesetz für ein riesiges Gelächter und heftigen Spott. Ein Tourist ätzt auf Facebook: «Damit ich einen Sonnenschirm an den Strand bringen kann, muss ich also entweder meinen Grossvater mitnehmen oder mir bis morgen ein Kind zulegen?»

Andere fragten sarkastisch, ob sie sich nun tatsächlich ein Kind «mieten» müssten, um Schatten am Strand zu bekommen.

Naturschutz oder fiese Abzocke?

Die Behörden der Gemeinde Villasimius rechtfertigen den bizarren Schritt mit dem Umweltschutz. Die Bucht liege in einem extrem empfindlichen Küstengebiet, das vor dem Massentourismus geschützt werden müsse.

Klar ist aber auch: Wer den öffentlichen Strand betreten will, zahlt ohnehin schon 10 Euro Eintritt. Kritiker vermuten hinter dem Schirm-Verbot pure Absicht, um die Touristen in die teuren, gemeindeeigenen Liegestuhl-Verleihe zu treiben. Doch der Gemeinderat bleibt stur: Die Einschränkungen seien nötig, um die wunderschöne Landschaft langfristig zu erhalten.

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Sardinien ist nicht der einzige Ferienort, der den Schirm-Krieg eröffnet hat. Auch an anderen beliebten Stränden in Italien greifen die Behörden jetzt durch – wenn auch mit anderen Methoden:

Venetien reduziert Sonnenschirmplätze an beliebten Stränden

Am Strand von Jesolo bei Venedig wurde die Zahl der verfügbaren Plätze mit Liegen und Sonnenschirmen deutlich reduziert, wie die Zeitung «La Nuova Venezia» berichtete. Mit der Massnahme soll mehr Raum zwischen den Badegästen entstehen und der zunehmenden Überfüllung beliebter Strandabschnitte entgegengewirkt werden.

Ligurien setzt auf günstige Sonnenschirmmiete statt Verbote

Während Sardinien mit strengen Regeln für Schlagzeilen sorgt, setzt Chiavari in Ligurien auf eine andere Lösung: An freien Stränden können Besucherinnen und Besucher Sonnenschirme, Liegestühle und Stühle für fünf Euro pro Stück und Tag mieten, wie die Gemeinde «Comune di Chiavari» mitteilte. Das Angebot an den Stränden Marina Giulia und Velieri soll eine günstigere Alternative zu klassischen Strandbädern bieten und den Zugang zum Meer erleichtern.


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