Soldaten schlagen Alarm
«Versteckspiele mit dem Tod» an ukrainischer Front

Die ukrainische Einheit nahe Pokrowsk kämpft ums Überleben: Russische Drohnen überwachen jeden Meter, die Versorgung ist nur per Drohne möglich. Die Soldaten legen 26 Kilometer zu Fuss zurück – ein gefährlicher Kampf gegen den Tod.
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Die 7. Schnelle Eingreiftruppe der ukrainischen Armee kämpft aktuell bei der Stadt Pokrowsk ums Überleben. (Symbolbild)
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ukrainische Soldaten kämpfen bei Pokrowsk unter lebensgefährlichen Bedingungen
  • 25 Kilometer lange «Todeszone» wird lückenlos von russischen Drohnen überwacht
  • Truppen benötigen bis zu drei Tage für 26 Kilometer Fussmarsch
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Mattia JutzelerRedaktor News

Die Situation nahe der ukrainischen Stadt Pokrowsk nordwestlich von Donezk ist verzweifelt. Laut einem Beitrag auf der Plattform X, veröffentlicht von der 7. Schnellen Eingreiftruppe der ukrainischen Armee, kämpfen die Soldaten aktuell unter massiv erschwerten Bedingungen. Der Post wurde mittlerweile gelöscht.

Russische Truppen würden grosse Teile des Gebiets kontrollieren und Drohnen sowie elektronische Störsysteme nutzen, um ukrainische Stellungen weiter zu isolieren. Die Versorgung der Front sei nur noch per Luftbrücke möglich, unbemannte Bodenfahrzeuge würden sofort zerstört werden. «Die Truppen an der Frontlinie müssen dringend abgelöst werden», heisst es in dem Beitrag, den das Nachrichtenportal T-online zitiert.

Russische Dominanz in «Todeszone»

Besonders alarmierend sei eine sogenannte «Todeszone», ein rund 25 Kilometer langer Bereich, der von russischen Drohnen lückenlos überwacht werde. Panzerfahrzeuge können laut der ukrainischen Armee maximal zehn Kilometer vorrücken. Danach seien die Soldaten gezwungen, zu Fuss weiterzugehen. Näher heranzufahren, wäre unmöglich – die Fahrzeuge würden sofort zerstört, sagt die Einheit auf X über die Zone.

Die Soldaten würden sich ständig in Deckung begeben müssen, oft in Wäldern oder Schluchten. Eine Strecke innerhalb dieser Todeszone, die normalerweise 15 Kilometer betrage, verlängere sich dadurch auf 26 Kilometer. Dafür würden die Truppen bis zu drei Tage brauchen – drei Tage voller Sprints und «Versteckspiele mit dem Tod», heisst es weiter.

Noch kritischer sei die Lage bei der Versorgung von Verwundeten. Oft sei eine Evakuierung der Soldaten nur zu Fuss möglich. Zudem beschreibt die Einheit eine «Grauzone» vor Pokrowsk, in der russische Infanterie operiere. Zwar würden die Russen das Gebiet nicht vollständig kontrollieren, doch das Erreichen der Stadt gleiche einem Frontalangriff ohne gepanzerte Unterstützung. «Der Infanterist wird ständig von Drohnen entdeckt und angegriffen, deren Startpunkte er nicht sehen kann», zitiert T-online aus dem Beitrag.

Versorgungsengpässe sorgen für Empörung

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ukrainische Soldaten über die Begebenheiten an der Front beklagen. Ende April sorgten schockierende Bilder aus der nordöstlichen Region der Ukraine für Empörung. Darauf zu sehen: Soldaten mit ausgemergelten Körpern und Angst in den Augen.

Die ukrainischen Streitkräfte in der Nähe der Stadt Kupjansk litten monatelang unter extremen Versorgungsengpässen. Laut der Ehefrau eines betroffenen Soldaten mussten die Männer während dieser Zeit Regenwasser trinken und Schnee schmelzen, um zu überleben. Diese unmenschlichen Zustände führten dazu, dass die ukrainische Armee den zuständigen Kommandanten entliess.

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