Darum gehts
- Russland und Ukraine intensivieren Luftangriffe: Schäden in Odessa und Dnipro
- 600 ukrainische Drohnen abgefangen, vier Tote in Moskauer Region
- Stromausfälle in drei Regionen, Reparaturteams arbeiten rund um die Uhr
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftangriffe in der Nacht auf Montag erneut verschärft. Wie der deutsche «Spiegel» berichtet, wurden bei russischen Drohnen- und Raketenattacken auf die ukrainischen Städte Odessa und Dnipro mindestens elf Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Die Angriffe gelten offenbar als Reaktion auf eine ukrainische Drohnenoffensive gegen die Region Moskau vom Wochenende.
Russische Behörden sprechen von einem der massivsten Angriffe seit Beginn des Kriegs. Laut Moskau seien fast 600 ukrainische Drohnen abgefangen worden. In der Hauptstadtregion sollen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.
Angriffe auf kritische Infrastruktur
In Odessa wurden nach ukrainischen Angaben Wohnhäuser, eine Schule und ein Kindergarten beschädigt. Auch die Grossstadt Dnipro wurde erneut Ziel russischer Raketenangriffe. Gleichzeitig bleibt die Lage bei der Stromversorgung angespannt: In mehreren Regionen, darunter Dnipropetrowsk, Saporischschja und Charkiw, kam es laut ukrainischen Behörden nach Angriffen auf Energieanlagen zu Stromausfällen. Reparaturteams seien rund um die Uhr im Einsatz.
In der Region Donezk wurden laut Behörden zudem zwei Techniker verletzt, nachdem ihre Einsatzfahrzeuge von einer russischen Drohne attackiert worden waren.
Selenski spricht von «notwendiger Reaktion»
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein Zwischenfall vor der ukrainischen Küste: Wie «Devdiscourse» berichtet, wurde das chinesische Frachtschiff «KSL Deyang» nahe Odessa von einer russischen Drohne getroffen. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff war auf dem Weg zum Hafen Piwdennyj, um Eisenerz zu laden. Die Crew konnte einen Brand selbst löschen, verletzt wurde niemand.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) verteidigte die Angriffe auf russisches Gebiet als notwendige Reaktion auf den anhaltenden Krieg. Gespräche über eine Waffenruhe liegen weiterhin auf Eis.