Darum gehts
- Ein 12-jähriger Ukrainer zerstört russische Drohne mit cleverem Trick
- Anatolii Prochorenko durchtrennt Glasfaserkabel und rettet seine Familie
- Russische FPV-Drohnen greifen Dörfer nahe der Grenze oder Front gezielt an
Nach vier Jahren Krieg wissen in der Ukraine bereits Kinder, wie man eine feindliche Drohne unschädlich macht. Im April gewann Anatolii Prochorenko (12) in der nordukrainischen Region Tschernihiw den ungleichen Kampf mit einem unbemannten Flugobjekt, wie die «Washington Post» berichtet.
Als sich eine russische Drohne dem Haus der Familie näherte, vor dem seine kleinen Geschwister spielten, reagierte Anatolii blitzschnell: Er packte das hauchdünne Glasfaserkabel, mit dem der Quadrokopter gesteuert wird, und durchtrennte es mit einem Trick. Dieser hatte ihm ein ukrainischer Soldat beigebracht.
Damit man sich dabei nicht die Hände zerschneidet, muss man erst eine Schlaufe formen, bevor man das Kabel zerreisst. Anatolii schaffte dies und rettete damit möglicherweise seine Familie.
Ganze Landstriche von Kabeln überzogen
Dazu muss man wissen: Die russische Seite setzt immer stärker auf FPV-Drohnen, die über kilometerlange Kabel mit dem Operateur verbunden sind. Teilweise sind inzwischen ganze Landstriche mit den haardünnen Fäden überzogen. Anatoliis Dorf ist nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt und wird deshalb immer wieder zum Ziel solcher Angriffe.
Die russischen Drohnen-Operateure nehmen dabei bewusst die Zivilbevölkerung ins Visier. Doch diese weiss sich zunehmend zu wehren, wie der Fall aus Tschernihiw zeigt.