Darum gehts
- Putin deutet mögliches Kriegsende in Ukraine an, erstmals seit Februar 2022
- Erwägt Treffen mit Selenski in Drittland für Friedensabkommen
- Krieg seit 2022: Russland beschuldigt Westen, Ukraine als Stellvertreter einzusetzen
Die Worte fielen so beiläufig wie überraschend: Nach der Militärparade zum «Tag des Sieges» in Moskau sagte der russische Präsident Wladimir Putin (73), der Ukraine-Konflikt «neigt sich dem Ende zu».
Bedrängt an der Kriegsfront und zunehmend auch innenpolitisch, war dies das erste Mal seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022, dass Putin den Eindruck erweckte, der Krieg könne sich seinem Ende nähern – selbstverständlich unter russischen Bedingungen.
Vor Journalisten beschuldigte Putin die globalistische Fraktion der westlichen Eliten, die faktisch Krieg gegen Russland führe. Die Ukrainer würden als Stellvertreter missbraucht. «Wir müssen sicherstellen, dass uns niemand bedroht. Das ist unser Ziel», so der Kreml-Chef.
Treffen mit Selenski
Zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (48) sei er «irgendwo» in einem Drittland bereit – nach vollständiger Vorbereitung eines finalen, langfristigen Friedensabkommens. Das Treffen diene allein der Unterzeichnung, nicht den Verhandlungen. Selenski könne zur abschliessenden Zeremonie auch nach Moskau kommen, sagte Putin, solange das Abkommen bereit sei.
Spezialisten müssten das Abkommen vorher finalisieren. Erfahrung zeige, dass direkte Gespräche ohne Ergebnis blieben. «Wir könnten stundenlang, Tag und Nacht, reden, und es würde nichts bringen. Wir brauchen Spezialisten, die sich darum kümmern. Erst dann können wir uns treffen und unterschreiben.»
Bislang hatte Putin ein Ende der militärischen Operationen stets an Bedingungen geknüpft, die faktisch einer Kapitulation Kiews gleichkommen würden. Dass der Kreml-Chef nun erstmals öffentlich von einem möglichen Kriegsende spricht, deutet auf wachsenden Druck hin – ohne dass Moskau bei seinen Maximalforderungen abrückt.