Generäle überzeugten Putin von unrealistischen Zielen
Russland will ganzen Donbass bis im Herbst erobern

Wladimir Putin will den Ukraine-Krieg trotz hoher Verluste fortsetzen. Russische Militärs versprechen ihm offenbar die Eroberung des Donbass bis Herbst 2026 – Experten zweifeln an diesem Ziel.
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Putin glaubt offenbar an einen Erfolg seiner Armee.
Foto: IMAGO/SNA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Putin plant laut Berichten, den Donbass bis Herbst 2026 zu erobern
  • Experten zweifeln: Vollständige Kontrolle frühestens Ende 2027 oder Anfang 2028
  • Ukraine eroberte im April 2026 erstmals seit 2024 mehr Gebiete zurück
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Janine EnderliRedaktorin News

Russlands Präsident Wladimir Putin (73) ist offenbar fest entschlossen, den Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Trotz erheblicher Verluste und wachsendem Unmut im eigenen Land glaubt der Kreml-Chef laut einem Bericht der «Financial Times» weiter an militärische Erfolge.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Quellen – die mit der Position des Kremls vertraut sind – berichtet, haben russische Militärgeneräle Putin davon überzeugt, dass ihre Truppen bis spätestens Herbst 2026 den gesamten Donbass einnehmen könnten.

Doch Experten zweifeln an der Realisierbarkeit dieses Ziels. Der Donbass, ein industrielles Kerngebiet im Osten der Ukraine, ist seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 hart umkämpft. Bereits 2014 war ein Teil der Region durch russisch unterstützte Milizen besetzt worden, doch bis heute fehlen den russischen Streitkräften vier bedeutende Städte, um die vollständige Kontrolle über das Gebiet zu erlangen.

Russland steht unter Druck

Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schätzte im April 2026, dass Russland die Region Donezk unter optimistischen Annahmen frühestens Ende 2027 oder Anfang 2028 einnehmen könnte.

Im April dieses Jahres gelang es den ukrainischen Streitkräften erstmals seit fast zwei Jahren, mehr Gebiete zurückzugewinnen, als die russischen Truppen eroberten.

Putin scheint jedoch fest an die Darstellung seiner Berater zu glauben, die ihm angeblich von einer schwächelnden ukrainischen Front berichten. «Sie sagen ihm, dass die Ukrainer Probleme haben, dass ihre Front kollabiert und ihnen die Menschen ausgehen», zitiert die «Financial Times» eine Quelle.

Gleichzeitig verfolgt der Kreml laut dem Bericht eine taktische Strategie: Nach einer vollständigen Eroberung des Donbass will Russland den Preis für einen Waffenstillstand durch zusätzliche territoriale Forderungen weiter in die Höhe treiben. Schliesslich könnte der Kreml weitere Regionen wie Cherson und Saporischschja erobern wollen, heisst es in dem Bericht. 

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