Darum gehts
- Belarus startet Atomwaffen-Training mit russischer Hilfe, Fokus auf Tarnung und Einsatz
- 600 ukrainische Drohnen am Wochenende von Russland abgefangen, laut Moskau
- Mindestens 11 Verletzte bei Angriffen auf Odessa und Dnipro, Kinder betroffen
In Belarus startet eine grossangelegte Militärübung. Wie das belarussische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte, sollen die einheimischen Streitkräfte in Zusammenarbeit mit russischer Seite den Einsatz von Atomwaffen trainieren. In Belarus sind seit 2023 russische Atomwaffen stationiert.
Das Training soll laut Reuters die Bereitschaft der Streitkräfte testen, die Atomwaffen in verschiedenen Teilen des Landes zu stationieren und von dort aus einzusetzen. «Der Schwerpunkt wird auf dem Üben von Tarnung, der Fortbewegung über grössere Entfernungen und der Berechnung des Einsatzes von Kräften und Ausrüstung liegen», heisst es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums.
Reaktion auf ukrainische Angriffe?
Der belarussische Präsident und Putin-Freund Alexander Lukaschenko (71) stimmte ein Jahr nach der Invasion der Ukraine der Stationierung russischer Atomwaffen auf seinem Territorium zu. Wladimir Putin (73) hatte damals jedoch klargestellt, dass er die Kontrolle über deren Einsatz behält.
Die Ankündigung des Nuklear-Trainings in Belarus erfolgte, nachdem sowohl Russland als auch die Ukraine ihre gegenseitigen Luftangriffe wieder verschärften. In der Nacht auf Montag wurden bei russischen Drohnen- und Raketenattacken auf die ukrainischen Städte Odessa und Dnipro mindestens elf Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Die Angriffe gelten wohl als Reaktion auf eine ukrainische Drohnenoffensive gegen die Region Moskau vom Wochenende.
Laut Moskau seien am Samstag und am Sonntag fast 600 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Russische Behörden sprachen von einem der massivsten Angriffe seit Beginn des Kriegs. In der Hauptstadtregion sollen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.