Darum gehts
- In Kolberg, Polen, kostet unerlaubtes Füssewaschen in Toiletten 110 Franken
- Ein Schild warnt vor verstopften Leitungen, Strafen sorgen für Diskussionen
- Touristen kritisieren fehlende Wasserhähne, andere zweifeln an der Rechtsgrundlage
Der polnische Journalist Michal Cessanias teilte am vergangenen Dienstag eine merkwürdige Entdeckung auf Facebook. Als er in der Nähe des Leuchtturms von Kolberg eine öffentliche Toilette aufsuchte, bemerkte er ein auffälliges Verbotsschild neben dem Spiegel.
«Füsse waschen strengstens verboten. Sand verstopft die Abwasserleitungen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen», steht auf dem Aushang. Allerdings wurde auf dem Schild keine Summe für die Geldstrafe angegeben. Kurzerhand hakte Cessanias beim Touristenbüro der polnischen Stadt nach. Wie sich herausstellte, ist die Strafe für unerlaubtes Füssewaschen hoch – es drohen umgerechnet 110 Franken Busse!
Busse löst unterschiedliche Reaktionen aus
Cessanias hält die Bussen für übertrieben, wie er in seinem Pèost klarmacht. Sinnvoller wäre es seiner Meinung nach, wenn die Stadt an den Strandausgängen und in den Toiletten Wasserhähne anbringen und das Problem damit ganz lösen würde. Dennoch zeigt er sich amüsiert über das ungewöhnliche Verbotsschild. Ironisch fragt er seine Follower, wo sie sich ihre Füsse waschen.
Auch weitere Touristen beschweren sich unter seinem Beitrag über den Mangel an alternativen Möglichkeiten, um den Sand abzuspülen. Andere finden das Abspülen hingegen überflüssig. «Als Einwohnerin von Kolberg rate ich euch davon ab, den Sand abzuspülen. Wartet kurz, bis eure Füsse getrocknet sind, und schüttelt ihn dann ab. Er wird so oder so in eure Wohnung oder in euer Hotelzimmer gelangen – das ist der Fluch des Strandbesuchs.»
Andere fragen sich, auf welcher Rechtsgrundlage die Bussen erhoben werden und wie die Behörden die Lavabo-Sünder ausfindig machen wollen. «Installieren sie jetzt schon Kameras auf den Toiletten?», fragt eine Frau in den Kommentaren. Eine andere spricht sich hingegen für das Verbot aus. Sie habe einmal beobachtet, wie sich eine Frau an einem öffentlichen Brunnen die Füsse wusch. «Es sah nicht appetitlich aus», hält sie in ihrem Kommentar fest.
Dieser Artikel erschien zuerst auf ludzie.fakt.pl. Das polnische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.