Darum gehts
- Trump sprach zwei Stunden über Innenpolitik, Proteste begleiteten die Rede
- Demokrat Al Green mit Schild «Schwarze Menschen sind keine Affen» eskortiert
- Rund 50 Demokraten boykottierten, ICE-Einsätze in Minnesota auch Thema
US-Präsident Donald Trump (79) hat bei seiner Rede zur Lage der Nation erneut für Kontroversen gesorgt. Während er zwei Stunden lang über Innenpolitik, Migration und die Stärke Amerikas sprach, kam es nebenbei zu Protest vonseiten der Demokraten.
Al Green aus Saal eskortiert
Der demokratische Abgeordnete Al Green (78) nutzte die grosse Aufmerksamkeit: Mit einem Schild, auf dem «Schwarze Menschen sind keine Affen» stand, wollte er ein deutliches Zeichen gegen den US-Präsidenten setzen.
Zur Erinnerung: Anfang Februar hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social ein KI-Video geteilt, in dem Barack (64) und Michelle Obama (62) als Affen dargestellt wurden. Nach heftiger Kritik wurde der Beitrag gelöscht. Trump gab an, er hätte das Video nicht zu Ende geschaut und den Teil mit den Affen gar nicht gesehen.
Green wurde umgehend aus dem Saal eskortiert. «Wir müssen Stellung beziehen», erklärte der Texaner später. Bereits in Trumps State-of-the-Union-Rede von 2025 war er wegen lautstarker Proteste ebenfalls aus dem Saal geführt worden.
Demokraten-Boykott und Gegenveranstaltungen
Dutzende demokratische Kongressmitglieder boykottierten zudem Trumps Ansprache. Rund 50 Abgeordnete und Senatoren blieben der Veranstaltung fern. Einige von ihnen nahmen an Gegenveranstaltungen teil, organisiert von liberalen Aktivisten. Dort sprachen unter anderem Trump-Kritiker Don Lemon und Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis, der sich gegen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE ausgesprochen hatte.
Einige Demokraten setzten auf einen anderen Ansatz: Sie luden Gäste ein, um ein politisches Zeichen zu setzen. Ilhan Omar, demokratische Abgeordnete aus dem Bundesstaat Minnesota, lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit Donald Trump, als es um die Bekämpfung von illegalen Einwanderern und das Vorgehen der Behörden ging.
Wortgefecht mit Demokraten
Trump sagte, es sei die «erste Pflicht» der US-Regierung, amerikanische Bürger zu schützen und nicht «illegale Einwanderer». Er forderte die Abgeordneten auf, aufzustehen, wenn sie dieser Aussage zustimmen. Republikaner standen auf und applaudierten umgehend, während viele Demokraten sitzenblieben und protestierten. Solche parteipolitischen Reaktionen sind bei State-of-the-Union-Reden üblich, fielen hier aber besonders laut aus. Omar rief mehrfach: «Sie haben Amerikaner getötet!»
Der Zwischenruf bezog sich auf zwei US-Bürger, die Anfang 2026 in Minnesota bei Einsätzen von ICE-Bundesbeamten erschossen wurden. Trump kritisierte die Demokraten scharf dafür, nicht aufzustehen, und sagte, sie sollten sich «schämen». Die Aktivistin Aliya Rahman, ein Gast Omars, wurde während der Rede zudem von Sicherheitskräften aus dem Raum eskortiert.
Auch Epstein-Opfer im Saal
Pramila Jayapal, Abgeordnete aus Washington, lud zudem mehrere mutmassliche Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein ein. «Heute wird die Welt sehen, wie Donald Trump diesen Überlebenden direkt auf der Tribüne des Repräsentantenhauses gegenübertreten muss», sagte sie bei einer Pressekonferenz.
Senator vergleicht Trump mit Diktator
Der demokratische Senator Alex Padilla hat Trump nach der Rede als Lügner bezeichnet und mit einem Diktator verglichen. «Wir haben soeben gehört, wie Donald Trump das getan hat, was er am besten beherrscht: Lügen», sagte Padilla in einer Antwort der Demokraten auf den Auftritt des Republikaners. Auf Spanisch sagte der Senator aus Kalifornien, Trump wende Taktiken an, «wie wir sie aus anderen Ländern kennen, die von korrupten Diktatoren regiert werden».
Gespaltenes Parlament
Die Rede endete mit sichtbaren Spannungen zwischen beiden Parteien. Blick-Auslandsredaktor Samuel Schumacher hat in diesem Artikel Trumps Rede analysiert und erklärt, was die Botschaft des US-Präsidenten war.