Darum gehts
- Der ukrainische Verteidigungsminister Fedorow tritt zurück, teilte er auf Telegram mit
- Fedorow nannte Erfolge, gestand aber auch Fehler während seiner Amtszeit ein
- Seit Februar 2022 unterstützt die Parlamentsmehrheit Selenskyjs Regierungsumbildungen
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow (35) hat seinen Rücktritt erklärt. «Es war eine grosse Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen», schrieb Fedorow am Mittwochabend im Onlinedienst Telegram. Damit zieht er die Konsequenzen aus der von Präsident Wolodimir Selenski (48) angekündigten Regierungsumbildung.
Laut Medienberichten hatte Selenski am Sonntag weitreichende Veränderungen innerhalb der Regierung angekündigt. Dabei stand auch der Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko (40) im Mittelpunkt. Der ukrainische Präsident begründete die Neuaufstellung des Kabinetts mit «neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben», vor denen das Land stehe.
Möglicher Kandidat steht fest
Fedorow, der sein Amt als Verteidigungsminister erst im Januar übernommen hatte, blickte in einer ausführlichen Telegram-Erklärung auf die Arbeit seines Ministeriums zurück und listete mehrere Erfolge auf. In einer weiteren, kürzeren Stellungnahme sprach er auch über Fehler und Bereiche, in denen seine Behörde hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben sei.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters könnte Innenminister Ihor Klymenko (53) künftig die Leitung des Verteidigungsministeriums übernehmen. Mehrere Abgeordnete hätten dies laut Reuters bestätigt. Eine offizielle Ernennung steht jedoch noch aus.
Regierungsumbildungen in der Ukraine müssen vom Parlament bestätigt werden. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat sich die Mehrheit der Abgeordneten allerdings meist geschlossen hinter Selenski gestellt. Der Präsident kündigte zudem an, möglicherweise weitere Schlüsselpositionen in Strafverfolgungsbehörden neu zu besetzen. Konkrete Namen nannte er bislang nicht.