Schockbericht aus Frankreich
Bis zu 1500 Kinder mutmasslich an Ordensschule missbraucht

Missbrauchsskandal im französischen Bétharram: Eine unabhängige Kommission hat am Samstag in einem schockierenden Bericht jahrzehntelangen mutmasslichen Missbrauch an einer katholischen Schule aufgedeckt. Bis zu 1500 Kinder könnten betroffen sein.
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Jahrzehntelang wurden möglicherweise bis zu 1500 Schüler an der französischen Ordensschule Notre-Dame-de-Bétharram Opfer von Missbrauch.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bericht enthüllt Missbrauch von bis zu 1500 Kindern in französischer Ordensschule
  • Ermittlungen bestätigen 196 Opfer, 250 Anzeigen gegen Kleriker und Laien eingereicht
  • Über 1,3 Millionen Franken Entschädigung an Opfer bereits bis Mai 2026 ausbezahlt
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Die Zahl ist schockierend. Über Jahrzehnte sollen zwischen 700 und 1500 Kinder in der französischen Ordensschule Notre-Dame-de-Bétharram bei Lourdes und in anderen Einrichtungen der Ordensgemeinschaft Opfer von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt geworden sein. Das geht aus einem am Samstag veröffentlichten Bericht der spezialisierten Nichtregierungsorganisation Louis Joinet Institut (IFJD) hervor, wie französische Medien berichten. 

Zwischen 1950 und den späten 1990er-Jahren hätten die Opfer demnach «systemische» und «aussergewöhnliche» Gewalt in ihrer Dauer erfahren. Das IFJD hatte über ein Jahr lang Ermittlungen durchgeführt. 196 bekannte Opfer konnte die Untersuchungskommission bestätigen und 59 davon befragen. Basierend auf statistischen Hochrechnungen könnte die tatsächliche Zahl der Opfer jedoch bis zu 1500 betragen.

Bislang 250 Anzeigen erstattet

Dies sei auf «den Druck des Schweigens» und den «hohen gesellschaftlichen Status der religiösen Institution» zurückzuführen, berichtet «Le Monde». Die Angaben der Hochrechnungen seien jedoch mit Vorsicht zu geniessen, betonte das IFJD. Bislang wurden 250 Anzeigen gegen Kleriker und Laien erstattet. Patrick Martin, ein früherer Aufseher der Schule, sitzt derzeit wegen «schwerer Vergewaltigung», «sexueller Übergriffe» und «Gewalt» in Untersuchungshaft, berichtet «Le Monde».

Brisant: Die Kinder des ehemaligen französischen Premierministers François Bayrou besuchten die Institution. Bayrou war beschuldigt worden, vom Missbrauch in der Ordensschule gewusst zu haben, ohne einzugreifen. Der Politiker hatte diese Vorwürfe immer wieder bestritten. 

Bereits über 1,4 Millionen Euro an Opfer ausgezahlt

Das IFJD fordert finanzielle Entschädigungen für alle Opfer, unabhängig davon, ob es sich um sexuelle, physische oder psychologische Gewalt handelt. «Die Gewalt hat nicht nur kurzfristige Schäden verursacht, sondern die Gesundheit, die Lebenswege und die Beziehungen der Opfer langfristig beeinträchtigt», so die Experten. Die Bétharram-Kongregation schloss sich 2025 der Kommission für Anerkennung und Entschädigung an, die bis Mai 2026 bereits 48 Opfer mit insgesamt über 1,4 Millionen Euro (rund 1,3 Millionen Franken) entschädigt hat, wie «Le Monde» berichtet.

Der Missbrauchsskandal kam 2023 ans Licht, nachdem sich zahlreiche ehemalige Schüler auf Facebook dazu gemeldet hatten. 

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