Darum gehts
- Melania Trump erhöhte letzte Woche ihre öffentliche Präsenz und gab Interviews.
- Sie teilt ihre kommunistische Kindheit und widerspricht Trumps Anti-Kommunismus-Rhetorik.
- CNN berichtet: Melania ignorierte Trumps Medienverbot, handelte eigenständig.
Die First Lady der USA, Melania Trump (54) zieht es im Normalfall vor, mit Abwesenheit zu glänzen. Im vergangenen Monat rätselten noch mehrere Medien über ihre verdächtig lange Absenz. Der US-amerikanische TV-Sender NBC News startete daraufhin eine umfassende Analyse ihrer öffentlichen Auftritte. Das Resultat: In der zweiten Amtszeit von Donald Trump (80) besuchte seine Ehefrau etwa halb so viele öffentliche Veranstaltungen wie noch zum gleichen Zeitpunkt in seiner ersten Amtszeit.
Nun scheint der Wind zu drehen. Melania Trump suchte in den vergangenen Tagen wieder vermehrt das Rampenlicht. Unter anderem empfing sie an der Seite des US-Präsidenten das chinesische Staatsoberhaupt Xi Jinping (73) und gab mehreren Medien Interviews. Dabei zeigte sie sich von einer ungewohnt aufsässigen Art. Das ehemalige Model vertrat dabei in vielen Punkten eine andere Ansicht als ihr Gatte.
Ihre schöne Kindheit im Kommunismus
Im Zuge der anstehenden Zwischenwahlen betont Donald Trump bei jeder Gelegenheit die vermeintlich «grösste Gefahr» für Amerika: den Kommunismus. Auch einige seiner demokratischen Konkurrenten bezeichnet er mehrfach als Kommunisten. Dadurch erhofft sich der Republikaner offenbar mehr Wählerstimmen.
Ausgerechnet Melania Trump stellt ihm bei dieser Strategie jetzt ein Bein. In einem Interview am Mittwoch erzählte sie dem TV-Sender Fox News Business von ihrer «wunderschönen Kindheit» im ehemaligen Jugoslawien. «Ich bin unter dem Kommunismus aufgewachsen, und ehrlich gesagt, habe ich nichts vermisst», so Melania Trump.
CNN und «Politico» sind bei ihr willkommen
Während Donald Trump ihm unliebsamen Medienhäusern die Türe zum Weissen Haus zuschlägt, soll das Büro der First Lady weiterhin Presseakkreditierungen an CNN und «Politico» herausgeben, das berichtet CNN. Demgemäss erhielt CNN dadurch den Zugang zu einer Veranstaltung am Dienstag, die am Rande der Uno-Generalversammlung stattfand.
Eine vertrauliche Quelle gab gegenüber dem Nachrichtensender an, dass Melania Trump zu dem Zeitpunkt, als die Zulassung für CNN herausgegeben wurde, bestens über das Verbot ihres Mannes informiert war. Dieses wurde bereits einen Tag zuvor erlassen. Dass sie die Entscheidung dennoch absegnete, zeigt vor allem eines: Melania Trump handelt nach ihren eigenen Vorstellungen.
«Ich sage ihm immer die Wahrheit»
Auch bei einem Auftritt in der Talkshow «Fox & Friends» am Mittwochmorgen stichelte Melania Trump gleich zweimal gegen den US-Präsidenten. Das Interview fand statt, nachdem Donald Trump eine Rede an der Uno-Generalversammlung gehalten hatte.
In der Sendung gab sie an, dass sie ihrem Mann für seine Rede ein positives Feedback geben konnte. Gleichzeitig stellte sie klar, dass das nicht immer der Fall ist: «Ich sage ihm immer die Wahrheit. Manchmal will er sie nicht hören, aber das ist okay», so Melania Trump. In einem späteren Moment sprach sie sich noch über seine zweite Amtszeit als Präsident aus und beteuerte, dass er mit enorm viel Energie «sein Bestes» gebe. Ob das den Ansprüchen seiner Wähler genügt? Das liess sie gekonnt offen.