Darum gehts
- Fall Sandra Wissmann aus Berlin nach 26 Jahren neu aufgerollt
- Polizei setzt auf neue Kampagne, Zeugen sahen Sandra zuletzt am Hermannplatz
- 4700 Franken Belohnung für Hinweise
26 Jahre nach ihrem mysteriösen Verschwinden wird der Fall Sandra Wissmann aus Berlin neu aufgerollt. Die damals 12-Jährige verschwand am 28. November 2000 spurlos, als sie ein Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter kaufen wollte. Nun hofft die Polizei Berlin, mit einer neuen Öffentlichkeitskampagne endlich Klarheit zu schaffen, wie der TV-Sender RTL berichtet.
Kriminalhauptkommissar Holger Lietz, Leiter der 5. Mordkommission beim LKA Berlin, ist überzeugt: Sandra könnte einem Täter begegnet sein, der ihr Vertrauen erschlich. «Als Täter versuche ich ja, die Tat so durchzuführen, dass es keiner mitbekommt», erklärt Lietz im Podcast «Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen».
Hohe Belohnung für Hinweise
Zeugen hatten Sandra zuletzt in einem Kaufhaus und auf dem Rückweg in der Nähe ihrer Wohnung am Hermannplatz gesehen. Doch warum ging sie an der heimischen Abzweigung vorbei? Eine Mitschülerin will sie an einer Brücke gesehen haben – ein Rätsel, das die Ermittler bis heute beschäftigt.
Kurz vor ihrem Verschwinden gab es einen weiteren Vorfall in der Nachbarschaft: Ein Mann, beschrieben als klein, dicklich und ungepflegt, versuchte, ein 13-jähriges Mädchen mit einem Vorwand in seine Wohnung zu locken. Sie konnte jedoch entkommen. Ob es eine Verbindung zu Sandras Fall gibt, ist unklar.
Für die Klärung des Falls hat die Polizei Berlin eine Belohnung von umgerechnet 4700 Franken ausgesetzt. Für Sandras Familie könnte dies die letzte Chance sein, nach Jahrzehnten endlich Gewissheit zu erhalten.