Darum gehts
- Martina S. aus Hannover, seit 1988 vermisst, nun als tot identifiziert
- DNA-Abgleich mit Bruder brachte Klarheit nach Fund von Überresten in 2001
- Im Februar 2026 gab es sieben Hinweise nach Öffentlichkeitsaufruf
Sie war plötzlich einfach weg. Das Schicksal von Martina S. aus Hannover (D) war für Ermittler und Familie ein Rätsel. Die junge Frau war 25 Jahre alt, als sie am 28. September 1988 spurlos verschwand. Doch jetzt herrscht traurige Gewissheit: Die damalige Krankengymnastik-Schülerin ist tot.
Die Lösung des Falls verdanken die Behörden einer neuen Untersuchung der Cold-Case-Einheit und einem entscheidenden DNA-Abgleich, wie «Bild» berichtet. Der Fall begann 2001, als Ausbildungstaucher im Godelheimer See bei Höxter grausame Entdeckungen machten: stark verweste Überreste eines weiblichen Körpers.
Hilfe vom Bruder brachte den Durchbruch
Die Polizei fand Becken- und Beinknochen, doch Kopf und Oberkörper blieben verschwunden. Trotz intensiver Ermittlungen konnte die Identität der Toten damals nicht geklärt werden. Im Februar 2026 wurde der Fall erneut aufgerollt. Die Polizei wandte sich an die Öffentlichkeit und erhielt sieben Hinweise.
Ein entscheidender Tipp kam von einer ehemaligen Mitschülerin, die sich an das plötzliche Verschwinden von Martina S. erinnerte. Ein bereits vorliegendes DNA-Profil von Martinas Bruder brachte schliesslich den Durchbruch: «Bereits bei der ersten Inaugenscheinnahme der beiden DNA-Meldebögen fielen deutliche Ähnlichkeiten auf», erklärte die Polizei gegenüber «Bild».
Ein Institut für forensische Molekulargenetik bestätigte endgültig, dass es sich bei der Toten aus dem See um Martina S. handelt. Die Ermittler gehen nach erneuter Prüfung nicht von einem Verbrechen aus. Eine kurze Notiz, die Martina S. vor ihrem Verschwinden hinterlassen hatte, wird heute als Abschiedsbrief gewertet. Auch das Paketband, das an den Beinen der Leiche gefunden wurde, deutet laut Polizei auf einen Suizid hin.
Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:
- Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143 www.143.ch
- Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147 www.147.ch
- Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch
Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben
- Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid: www.verein-refugium.ch
- Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: www.nebelmeer.net
Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:
- Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143 www.143.ch
- Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147 www.147.ch
- Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch
Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben
- Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid: www.verein-refugium.ch
- Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: www.nebelmeer.net
Der Polizei in Deutschland gelingt es immer wieder, alte, ungelöste Fälle doch noch aufzuklären.
Rätsel um getötete Krankenschwester
Ermittler konnten im Herbst vergangenes Jahr den Fall von Maria Köhler lösen. Mehr als 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der angehenden Krankenschwester in Süddeutschland hatten Experten DNA an der mutmasslichen Tatwaffe, einem Schal, sichern können.
Die 19-jährige Maria Köhler war am 30. Juli 1984 mit einem Schal in einem Wohnheim für angehende Krankenschwestern in Aschaffenburg stranguliert worden. Seit der Tat war die Polizei davon ausgegangen, dass der damalige Ex-Freund des Opfers der Täter ist. Dank dem neuesten DNA-Test war schliesslich klar, dass er den Schal irgendwann einmal berührt haben muss.
Der heute 66-Jährige war nach seiner Festnahme in der Türkei im September 2025 nach Deutschland überstellt worden. Er hat die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden.
Angebliches Mordopfer plötzlich lebendig aufgetaucht
Über 30 Jahre galt ein Mann aus Deutschland als tot – doch im Sommer 2025 hat sich der vermeintliche Mordfall als Inszenierung entpuppt. Die Polizei Mönchengladbach hatte den Mann 2024 lebend aufgespürt und befragt, wie sie vergangenes Jahr mitteilte.
Der Mann verschwand im September 1994 spurlos. Sein Auto, übersät mit Blutspuren, wurde in Düsseldorf gefunden. Die Ermittler gingen damals von einem Tötungsdelikt aus. Drei Jahre später, 1997, wurde der Mann auf Antrag seiner Familie für tot erklärt. Doch der Fall nahm eine spektakuläre Wendung: Neue internationale Ermittlungen führten die Behörden 2024 zu dem Mann, der offenbar seinen eigenen Tod vorgetäuscht und sich ins Ausland abgesetzt hatte. Warum, bleibt jedoch ungeklärt.