Rettungskräfte drücken falschen Knopf
Meg leidet bis heute unter einem Fehler der Sanitäter

Eine Fehlentscheidung der Rettungskräfte nach ihrem Herz-Kreislauf-Stillstand im April 2019 veränderte das Leben der Britin Meg Fozzard für immer. Sie erlitt eine Hirnschädigung und ist seither auf einen Rollstuhl angewiesen.
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Eine Fehlentscheidung der Rettungskräfte nach ihrem Herzstillstand im April 2019 veränderte das Leben der Britin Meg Fozzard für immer.
Foto: Facebook / @Meghan Fozzard

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Moderatorin Meg Fozzard erleidet 2019 Herzstillstand, Rettung verzögert sich gravierend
  • Sanitäter nutzen falsche Geräte, Elektroschock um acht Minuten verspätet
  • NHS zahlt finanzielle Entschädigung, Meg arbeitet jetzt Teilzeit trotz Folgen
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Mattia JutzelerRedaktor News

Es waren nur wenige, entscheidende Minuten, die das Leben von Meg Fozzard für immer verändern sollten. Im April 2019 fällt der damals 26-Jährigen plötzlich das Atmen schwer. Kurz danach erleidet sie einen Krampfanfall. Ihr verängstigter Freund wählt den Notruf. Für die Spezialisten in der Notrufzentrale ist klar: Meg kämpft gerade mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand!

Die Notrufzentrale informiert die Sanitäter dementsprechend, als sie zum Haus der Moderatorin aufbrechen. Dort angekommen wollen die Rettungskräfte aber plötzlich keinen Herz-Kreislauf-Stillstand bei Meg erkennen. Mehreren britischen Medien zufolge schliessen die Sanitäter die falsche Ausrüstung an. Sie nutzen Überwachungsleitungen statt Defibrillationselektroden und bekommen nicht angezeigt, dass Meg dringend einen Elektroschock braucht.

Die Rettungskräfte drücken zudem einen falschen Knopf am Gerät, wodurch sich der Notfallmodus und damit der Elektroschock um weitere entscheidende Momente verzögert. Schlussendlich erhielt Meg den wichtigen Elektroschock am Herzen rund acht Minuten später als vorgesehen.

«Damit hatte ich wirklich zu kämpfen»

«Es ist fast unmöglich, Worte zu finden, um die körperlichen und emotionalen Auswirkungen zu beschreiben, die es brauchte, um damit zurechtzukommen», erzählt Meg dem «Mirror». «Der Moment im Spital, als mir klar wurde, dass mein Leben nie wieder dasselbe sein würde, war schwer. Damit hatte ich wirklich zu kämpfen.»

Über ein Jahr lang konnte die TV-Produzentin nach ihrem Herzstillstand nicht mehr arbeiten. Sie leidet seit dem Vorfall an einer Hirnschädigung, kämpft mit Sprachproblemen sowie ständiger Erschöpfung und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.

Mittlerweile arbeitet sie in einem Teilzeitpensum wieder in der Medienbranche. Der nationale Gesundheitsdienst des Vereinigten Königreichs zahlt ihr regelmässig eine finanzielle Entschädigung für den fehlerhaften Einsatz der Rettungskräfte.

Minderheit hat keine Langzeitschäden

In der Schweiz erleiden jährlich etwa 8000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das schreibt das Universitätsspital Zürich auf seiner Webseite. Weniger als fünf Prozent der Betroffenen überleben den tragischen Zwischenfall ohne Langzeitschäden. Das Risiko steige zwar mit dem Alter, prinzipiell könne es aber jede und jeden treffen.

Das Heimtückische an einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist, dass er meistens schnell und ohne grössere vorherige Warnzeichen auftritt. Es gibt jedoch trotzdem einige Symptome, an denen man ihn erkennen kann. 

Betroffene Personen fallen häufig plötzlich mitten im Gehen, Stehen oder beim Sport um oder sie sinken im Stuhl zusammen. Sie reagieren nicht auf Schmerzreize, Berühren oder Schütteln und sind nicht ansprechbar. Ausserdem atmen betroffene Personen nicht mehr und der Puls lässt sich nicht ertasten.

Gesunde Ernährung und Sport

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist eine unmittelbare Reaktion gefordert. Es muss sofort der Rettungsdienst alarmiert und Erste Hilfe geleistet werden. Dazu gehören eine Herzdruckmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung. Ein Defibrillator solle so schnell wie möglich zum Einsatz kommen.

Um einem Herz-Kreislauf-Stillstand vorzubeugen, empfiehlt das Universitätsspital Zürich, regelmässig Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren. Ausserdem wird empfohlen, nicht zu rauchen und nur selten Alkohol zu konsumieren.

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