Iran droht mit kompletter Schliessung der Strasse von Hormus
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Erst drohte US-Präsident Donald Trump (79) mit Angriffen auf Kraftwerke, sollte der Iran nicht innert 48 Stunden die Strasse von Hormus «vollständig und ohne Bedrohung öffnen» (siehe Eintrag von 3.26 Uhr), jetzt droht die iranische Revolutionsgarde (IRGC) zurück. Sollten die USA – wie angedroht – iranische Energieanlagen angreifen, werde die wichtige Seestrasse von Hormus vollständig geschlossen. Das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters und der «Spiegel».
In einer Erklärung hiess es weiter, Unternehmen mit US-Beteiligung würden «vollständig zerstört», falls Washington iranische Energieinfrastruktur angreife. Weiter sind die Revolutionswächter der Mullahs der Ansicht, Energieanlagen in Ländermn mit US-Stützpunkten seien «legitime» Ziele.
Teheran droht seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran immer wieder mit Angriffen auf Schiffe in der Strasse von Hormus. Mehrere Schiffe wurden im Persischen Golf, bei der Strasse von Hormus und rund um den Golf von Oman Opfer von Angriffen. Der Schiffsverkehr ist zu einem sehr grossen Teil zum Erliegen gekommen. Nur ganz wenige Schiffe passieren aktuell die Meerenege.
Die amerikanische Superarmee macht sich mit Blick auf die Strasse von Hormus lächerlich, analysierte mein Kollege Guido Felder kürzlich. Der Geopolitik-Experte Klemens Fischer liefert eine Erklärung, wie es zu diesem Versagen kommen konnte.
Iran warnt: Infrastruktur in der gesamten Region wird zum Ziel
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Nach der deutlichen Drohung von Donald Trump hat Iran mit scharfen Worten vor möglichen Angriffen auf seine Kraftwerke gewarnt und dabei weitreichende Folgen für die gesamte Region in Aussicht gestellt.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, dass ein Angriff auf iranische Energieanlagen gravierende Konsequenzen haben könnte. Sollten Kraftwerke oder andere Teile der Infrastruktur im Iran ins Visier genommen werden, würden auch Energie- und Ölanlagen in der gesamten Region zu legitimen Zielen werden.
Wörtlich schrieb Qalibaf, dass in einem solchen Fall «kritische Infrastruktur, Energieinfrastruktur und Ölanlagen in der gesamten Region unwiderruflich zerstört werden könnten».
Zudem warnte der Parlamentspräsident vor erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen. Ein Angriff auf iranische Anlagen würde seiner Einschätzung nach dazu führen, dass der Ölpreis weltweit für längere Zeit hoch bleiben könnte.
Iran: Strasse von Hormus für alle Schiffe offen – ausser für feindliche
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Schon läuft die Uhr! 48 Stunden hat Donald Trump dem Iran gesetzt – andernfalls drohen massive Angriffe. Während die Frist tickt und die Ölpreise weltweit nervös reagieren, sendet Teheran widersprüchliche Signale zur Zukunft einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
Ein iranischer Beamter erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr, dass die Strasse von Hormus unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen grundsätzlich offen bleibe – allerdings nicht für Schiffe aus «feindlichen» Staaten.
Der iranische Vertreter bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) der Uno, Ali Mousavi, macht die USA und Israel für die angespannte Lage verantwortlich. Deren «Aggression» sei die «Wurzel» dafür, dass die zentrale Ölroute derzeit faktisch blockiert sei.
Zugleich betont Mousavi, dass Teheran weiterhin auf Diplomatie setze – allerdings nur unter Bedingungen: «Ein vollständiger Stopp der Aggression sowie gegenseitiges Vertrauen und Zuversicht sind von grösserer Bedeutung.»
Aktuell lässt der Iran offenbar nur noch ausgewählte Staaten passieren. Verbündete Länder wie China, Indien und Pakistan dürfen die Meerenge weiterhin nutzen. Für andere ist sie de facto gesperrt: Berichte über Angriffe auf Schiffe und verminte Gewässer haben die Route zu einem Hochrisikogebiet gemacht – mit spürbaren Folgen für die globalen Energiemärkte.
Für Trump ist die Lage auch innenpolitisch brisant. Angesichts steigender Ölpreise erhöhte er den Druck zuletzt deutlich: Sollte die Strasse von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden geöffnet werden, drohten die USA damit, iranische Kraftwerke «zu zerstören».
Donald Trump setzt dem Iran ein Hormus-Ultimatum
Mit der Blockade der Strasse von Hormus setzt der Iran die Weltwirtschaft unter Druck. Der US-Armee ist es trotz ihrer Überlegenheit bisher nicht gelungen, die Meerenge für die Schifffahrt zu sichern. Nun droht US-Präsident Donald Trump, dass er Irans Kraftwerke zerstören werde, falls das Land die Passage nicht innert 48 Stunden freigibt.
«Wenn der Iran die Strasse von Hormus nicht innerhalb von 48 STUNDEN ab genau diesem Zeitpunkt VOLLSTÄNDIG UND OHNE BEDROHUNG ÖFFNET, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihre verschiedenen KRAFTWERKE angreifen und auslöschen, BEGINNEND MIT DEM GRÖSSTEN!» schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Dazu muss man wissen: Durch die Strasse von Hormus werden in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des Erdöls und Erdgases für den Weltmarkt verschifft. Seit Kriegsbeginn ist deshalb der Ölpreis bereits massiv gestiegen, was sich auch auf den Benzinpreis in den USA auswirkt. Trump befürchtet, dass ihm teurere Spritpreise bei den Zwischenwahlen im November schaden könnten. Auch in der Schweiz wurde Benzin durch den Krieg massiv teurer, wie Kollege Robin Wegmüller in seinem Artikel ausführt.
In einem anderem Beitrag hatte Trump zuvor betont, dass es keine Verhandlungen mit dem Iran gebe. «Ihre Führung ist weg, ihre Marine und Luftwaffe sind vernichtet, sie haben absolut keine Verteidigung mehr, und sie wollen einen Deal. Ich nicht!», schrieb der US-Präsident. Nun versucht er den Iran stattdessen mit einer Drohung zum Einlenken zu zwingen.
Israel kündigt neue und heftige Angriffe gegen den Iran an
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump (79) auf Truth Social noch verkündet, dass die Mission gegen den Iran «nahezu abgeschlossen» sei. Doch die aktuelle Lage im Nahen Osten liefert ein gänzlich anderes Bild. Am Samstagmorgen griffen die USA und Israel erneut die iranische Nuklearanlage Natans an (siehe Tickereintrag von 10.25 Uhr).
Nun wählte auch der israelische Verteidigungsminister Israel Katz deutliche Worte. Diese scheinen nicht auf ein nahendes Ende hinzuweisen. Am Samstag kündigte Katz neue, heftige Angriffe gegen den Iran an. «In dieser Woche wird sich die Intensität der Angriffe, die die IDF und das US-Militär gegen das iranische Terrorregime und gegen die Infrastrukturen, auf die es sich stützt, durchführen werden, deutlich erhöhen», sagte Katz in einer Videoerklärung.
Iran meldet erneut Angriff auf Nuklearanlage Natans
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Die USA und Israel haben nach Angaben des Irans am Samstagmorgen erneut die Nuklearanlage Natans angegriffen. Das erklärte die iranische Atomenergiebehörde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Nach Angaben der Behörde sei kein Austritt von radioaktivem Material festgestellt worden. Für Anwohner bestehe demnach keine Gefahr. Die USA und Israel haben den Angriff bislang nicht bestätigt.
Bereits Anfang März hatte die Nuklearanlage nach Luftangriffen Israels und der USA Schäden an den Eingangsgebäuden erlitten. Wie stark die Anlage dabei zerstört wurde, habe ich in diesem Artikel dargelegt.
Bereits im vergangenen Sommer war die unterirdische Anlage zur Anreicherung von Uran Ziel von US-Angriffen geworden. Präsident Donald Trump erklärte damals, dass bei der US-Operation Midnight Hammer die drei wichtigsten Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan «vollständig und total zerstört worden» seien.
Natans galt als die wichtigste Urananreicherungsanlage des Iran. Sie befindet sich etwa 250 Kilometer von Teheran entfernt in der Provinz Isfahan.
Irakisches Geheimdienst-Hauptquartier von Drohne getroffen
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Der Nahe Osten wird auch am Samstag von Luftangriffen überzogen. Wie lokale Medien berichten, wurde das Hauptquartier des nationalen Geheimdienstes des Iraks am Samstagvormittag von einer Drohne getroffen. Der Leiter der irakischen Sicherheitsmedienastelle bestätigte den Angriff. Das irakische Geheimdienst-Hauptquartier liegt im Stadtteil Mansour im Westen Bagdads. Nach Angaben des nationalen Geheimdienstes kam bei dem Angriff ein Offizier ums Leben.
In der Nacht auf Samstag wurde zudem der US-Militärstützpunkt Victory Base Complex in Bagdad angegriffen, wie «Al Jazeera» berichtet. Es seien mehrere Explosionen zu hören gewesen, während an einem Gebäudeteil ein Brand ausbrach.
Die Attacke folgt nach dem Abzug des gesamten Nato-Personals aus dem Irak. Am Freitag hatte die Nato mitgeteilt, dass sie alle Kräfte aus dem Irak abgezogen und nach Europa verlegt habe. Die Nato-Mitarbeiter konzentrierten sich dort auf die Ausbildung von Sicherheitsinstitutionen im Irak. Mehrere hundert Mitarbeiter seien laut der Mitteilung evakuiert worden. Nun arbeiten sie von einem Nato-Kommandozentrum in Neapel aus, hiess es weiter.
Iran greift US-britischen Militärstützpunkt im Indischen Ozean an
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Immer wieder werden US-Militäreinrichtungen Ziel iranischer Angriffe. Dieses Mal hat sich der Iran besonderes weit vorgewagt. US-Medien berichten, dass der Iran am Freitagmorgen (Ortszeit) einen von Grossbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen hat. Der Stützpunkt liegt rund 3810 Kilometer von der iranischen Küste entfernt.
Demnach attackierte die Islamische Republik den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia mit ballistischen Raketen, wie etwa das «Wall Street Journal» und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten. Laut den Berichten feuerte der Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab. Die Anlage wurde dabei jedoch nicht getroffen. Die Distanz des Angriffs überrascht jedoch: Offenbar scheint der Iran über deutlich mehr Reichweite zu verfügen als bislang angenommen. Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass iranische Mittelstreckenraketen eine Reichweite von 2000 Kilometern hätten.
Das britische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall später am Samstag. In einer Erklärung hiess es: «Die rücksichtslosen Angriffe des Iran, die sich über die gesamte Region erstrecken und die Strasse von Hormus lahmlegen, stellen eine Bedrohung für britische Interessen und britische Verbündete dar.»
Washington lockert Iran-Ölsanktionen
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Mitten im laufenden Krieg gegen den Iran macht Washington einen überraschenden wirtschaftlichen Schachzug: Das US-Finanzministerium hat eine Generallizenz ausgestellt, die den Verkauf und die Lieferung von iranischem Rohöl vorübergehend erlaubt – für all jene Schiffe, die das Öl bereits vor dem 20. März geladen haben. Die Regelung gilt bis zum 19. April.
Der Schritt hat einen pragmatischen Hintergrund: Durch die Kriegswirren treiben Dutzende Tanker mit iranischem Öl an Bord auf den Weltmeeren – ohne klares Ziel, ohne legale Abnehmer. Die Lockerung soll verhindern, dass die globalen Energiemärkte durch blockierte Lieferungen zusätzlich unter Druck geraten. Energieminister Chris Wright (61) liess verlauten, iranisches Öl könnte binnen drei bis vier Tagen in Häfen eintreffen, sollten die Sanktionen weiter gelockert werden.
Die Massnahme kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Gleichzeitig melden QatarEnergy «erhebliche Schäden» an der Industrieanlage Ras Laffan nach Raketenangriffen, und israelische Angriffe sollen iranische Öl- und Gasanlagen in der Provinz Buschehr getroffen haben. US-Präsident Donald Trump (79) erklärte, er habe Israels Premier Benjamin Netanyahu (76) explizit angewiesen, iranische Energieanlagen künftig zu verschonen. Die Energieversorgung der Welt hängt damit an einem seidenen Faden – und an den Launen eines Krieges, dessen Ende Trump gleichzeitig für «nahezu erreicht» hält.
Trump-Wirrwarr im Iran-Krieg – «fast fertig», aber mehr Truppen
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Washington sendet widersprüchliche Signale: Während US-Medien berichten, dass das Pentagon einen möglichen Bodeneinsatz im Iran vorbereitet und Tausende Marines in die Region verlegt werden, verkündet Donald Trump (79) auf Truth Social das genaue Gegenteil – die Mission sei «nahezu abgeschlossen». Auf die direkte Frage nach Bodentruppen sagte er zwar: «Nein, ich schicke keine Truppen irgendwohin» – fügte aber sofort an: «Wenn ich es täte, würde ich es euch sicherlich nicht sagen.»
Trump nennt fünf Ziele, die er als nahezu erfüllt betrachtet: Zerstörung der iranischen Raketenfähigkeiten, Ausschaltung der Rüstungsindustrie, Schwächung von Marine und Luftwaffe, Verhinderung eines Atomprogramms sowie der Schutz von Verbündeten wie Israel und den Golfstaaten. Die Strasse von Hormus, so Trump, sollen künftig andere Nationen sichern – Amerika werde nur «falls nötig» unterstützen.
Doch das strategische Dilemma bleibt: Luftangriffe allein reichen nicht aus, um Irans Vorräte an hoch angereichertem Uran zu sichern. Ohne Kontrolle vor Ort ist unklar, wo sich das Material befindet – und wer Zugriff darauf hat. Genau das könnte der eigentliche Grund sein, weshalb in Washington trotz Siegesmeldungen weiter über Bodentruppen nachgedacht wird.
Nahes Ende oder erst der Anfang der Iran-Eskalation? Das Thema wird in diesem Bericht genauer untersucht.