Angriffe auf iranische Schiffe in der Strasse von Hormus
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In der Strasse von Hormus:Hier jagt US-Armee Iran-Schiffe in die Luft

Widersprüchliche Signale aus Washington
Trump sieht Mission im Iran «fast erreicht» – doch schickt mehr Truppen

Widersprüchlicher könnte es kaum sein: Während US-Medien berichten, dass Donald Trump neue Truppen in den Iran verlegen lässt, erklärt er selbst, der Militäreinsatz stehe kurz vor dem Ende. Droht nun die Eskalation – oder kommt der Rückzug?
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Donald Trump im Iran in der Bredouille? Der US-Präsident gibt widersprüchliche Signale zum Konflikt.
Foto: Keystone
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Widersprüchliche Signale aus Washington zur Lage im Nahen Osten: Während Medien berichten, dass US-Präsident Donald Trump (79) zusätzliche Truppen in die Region verlegen und sogar einen Bodeneinsatz im Iran prüfen lässt, verkündet er gleichzeitig das Gegenteil – die Mission sei «nahezu abgeschlossen».

US-Medien und Nachrichtenagenturen melden, dass das Pentagon Optionen für einen möglichen Bodeneinsatz prüft. Militärkommandanten sollen entsprechende Szenarien vorbereitet haben – Trump wägt demnach ab, ob weitere Streitkräfte in der Region positioniert werden.

Doch am späten Freitag überrascht Trump mit einer ganz anderen Tonlage. Auf Truth Social erklärt er, die USA stünden kurz davor, ihre Ziele zu erreichen – und würden bereits ein «Herunterfahren» der Militäroperationen prüfen. Auf die Frage nach Bodentruppen sagte Trump laut CBS News: «Nein, ich schicke keine Truppen irgendwohin» – fügte aber an: «Wenn ich es täte, würde ich es euch sicherlich nicht sagen.»

Trumps fünf Ziele angeblich fast erfüllt

Auf Truth Social nannte der US-Präsident konkrete Punkte, die er als nahezu erreicht bezeichnet:

  • Zerstörung der iranischen Raketenfähigkeiten und Abschusssysteme
  • Ausschaltung der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie
  • Schwächung von Marine und Luftwaffe inklusive Flugabwehr
  • Verhinderung eines iranischen Atomprogramms
  • Schutz von Verbündeten wie Israel, Saudi Arabia und den Golfstaaten

Besonders brisant: Die Kontrolle über die strategisch wichtige Strasse von Hormus sollen laut Trump künftig andere Staaten übernehmen. Die USA würden nur unterstützen, «falls nötig».

Truppenbewegungen

Gleichzeitig berichten US-Medien von verstärkten Truppenbewegungen. Demnach wurden zusätzliche Einheiten in Bereitschaft versetzt oder in Richtung Region verlegt, darunter Marineinfanteristen und Luftlandeeinheiten.

Auch militärische Planungen – etwa zum Umgang mit möglichen Gefangenen – sollen intern diskutiert worden sein. Details dazu sind jedoch nicht offiziell bestätigt.

Nukleares Dilemma

Ein zentrales Risiko bleibt das Atomprogramm des Iran. Laut der International Atomic Energy Agency (IAEA) verfügt das Land über erhebliche Mengen hoch angereicherten Urans.

Luftangriffe allein reichen nicht aus, um dieses Material vollständig zu sichern. Ohne Kontrolle vor Ort bleibe unklar, wo sich Teile davon befinden und wer Zugriff hat. Genau hier liegt das strategische Dilemma – und ein möglicher Grund, weshalb in Washington auch über Bodentruppen nachgedacht wird.

Alles vorbei – oder erst der Anfang?

Nach rund drei Wochen militärischer Eskalation melden die USA Fortschritte – gleichzeitig bleiben viele Fragen offen. Während Donald Trump bereits von einem möglichen baldigen Ende der Operation spricht, deuten Berichte über weitere militärische Vorbereitungen auf das Gegenteil hin.

Der Konflikt mit dem Iran könnte jederzeit in eine neue Phase eintreten.

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