Darum gehts
- RAID nahm Hodei C. in Val-d’Issoire fest; er gilt als Verdächtiger im Rathausbrand von Limoges
- In Limoges drangen Vermummte ins Rathaus ein; Dachstuhl brannte aus, der Turm stürzte dabei ein
- Hodei C. wird dem linksradikalen Milieu zugerechnet und stand früher wegen Gewalt vor Gericht
Protest-Welle in Frankreich: Die Flammen verwüsteten das historische Rathaus von Limoges, der Turm stürzte ein. Jetzt schlug die französische Spezialeinheit RAID zu: Sie nahm Hodei C.* (34) am Dienstagmorgen im Elternhaus in Val-d’Issoire fest, wie «Le Parisien» berichtet. Er soll bei den Ausschreitungen mitgemischt haben. Brisant: Der Mann war den Behörden bereits bekannt.
Wer ist Hodei C.?
Der 34-Jährige wurde 1992 in Paris geboren und wird laut «Le Parisien» dem linksradikalen Milieu zugerechnet. Zudem soll er in der französischen Sicherheitsdatei Fichier S geführt werden. Darin erfassen die Behörden Personen, die sie als potenzielle Sicherheitsrisiken einstufen. Ein Eintrag ist allerdings kein Beweis für eine Straftat.
Hodei C. ist kein Unbekannter: Wie «La Montagne» berichtet, stand er bereits wegen Gewalt bei einer Demo vor Gericht. Der Protest richtete sich gegen das Unternehmen Biosyl, das in der Creuse eine Holzpellet-Anlage plant. Das Projekt ist umstritten und sorgt seit langem für Widerstand.
Proteste eskalieren – Rathaus geht in Flammen auf
Frankreich erlebt heftige Proteste. Am 17. Oktober gingen landesweit Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und Missstände an Schulen auf die Strasse. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen, Plünderungen und Sachbeschädigungen.
Auch in Limoges kippte die Stimmung nach einer Kundgebung mit rund 5000 Menschen. Vermummte drangen ins Rathaus ein und legten Feuer. Der Dachstuhl brannte aus, der markante Turm krachte ein. Ein historisches Wahrzeichen der Stadt wurde so zum Schauplatz der Gewalt.
Ein Rathaus, das zwei Weltkriege überstand
Das Rathaus von Limoges wurde 1883 eingeweiht. Mehr als 140 Jahre prägte der imposante Bau das Stadtbild – und überstand zwei Weltkriege. Jetzt sind Dach und Turm schwer zerstört, auch die Fassade wurde massiv beschädigt.
Die Bilder des ausgebrannten Gebäudes sorgen für Entsetzen. Rund 7000 Menschen versammelten sich am Sonntag, um gegen die Gewalt zu protestieren und ihre Anteilnahme zu zeigen.
* Name bekannt