Iraner beschiessen die US-Such-Helis
0:24
Suche nach vermisstem Offizier:Iraner beschiessen die US-Such-Helis

Protokoll der spektakulären Rettungsmission des US-Soldaten tief im Iran
Die US-Spezialeinheit tötete schon Osama bin Laden

Sie töteten Bin Laden. Jetzt retteten sie einen US-Offizier aus dem iranischen Gebirge – nach 36 Stunden auf der Flucht, verfolgt von Iranern. In letzter Minute drohte die kühne Operation zu scheitern. Hier das Protokoll der spektakulären Rettungsmission.
Kommentieren
1/8
Ein von der offiziellen Website der iranischen Revolutionsgarden veröffentlichtes Foto: Es zeigt angeblich die Trümmer eines gezielten Angriffs auf ein US-Flugzeug im Zentraliran.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Seal Team Six rettet US-Offizier aus Iran nach Jet-Absturz am Karfreitag
  • CIA trickst Iran mit falschen Informationen, 100 Spezialkräfte führen Einsatz durch
  • Teheran bot 60'000 Dollar Kopfgeld, Soldat nach 36 Stunden gerettet
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
new.jpg
Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Sie sind die Schattenkrieger der USA. Die Elitekrieger, die einst Osama bin Laden (1957-2011) aufspürten und töteten: Seal Team Six. Jetzt schlug die legendäre Einheit wieder zu – in einer der riskantesten Rettungsmissionen der jüngeren Militärgeschichte.

Eine Mission wie aus einem Thriller: Absturz im Feindgebiet. Versteckspiel im Gebirge. Kopfgeld, Stammeskrieger, CIA-Täuschung, Hightech und Elite-Soldaten. Ein Rettungseinsatz, der noch in letzter Sekunde zu scheitern droht.

Hier ist das Protokoll der kühnen Mission, zusammengestellt aus vom Pentagon, dem Weissen Haus und von US-Regierungsquellen veröffentlichten Informationen.

Absturz im Feindesland

Freitagmorgen, Karfreitag. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15E wird über dem Südwesten Irans getroffen – der erste amerikanische Kampfjet, der im laufenden Krieg durch feindliches Feuer abgeschossen wird. Zwei Offiziere katapultieren sich im letzten Moment.

Der Pilot wird schnell lokalisiert – nach rund sechs Stunden gerettet. Doch sein Waffensystemoffizier verschwindet spurlos.

Status: unbekannt. Fällt er in iranische Hände, wird er zum geopolitischen Druckmittel.

Allein im Gebirge

Der Offizier kämpft ums Überleben. Verletzt, nur mit Pistole bewaffnet, steigt er auf über 2000 Meter Höhe in den Zagros-Bergen. Er versteckt sich in einer Felsspalte.

Sein Auftrag: Evasion. Überleben. Warten.

Über 36 Stunden lang hält er sich verborgen. US-Drohnen suchen das Gebiet ab – erfolglos. Iranische Suchtrupps rücken näher. Die Zeit läuft.

Kopfgeld und Stammeskrieger

Teheran will den feindlichen US-Soldaten um jeden Preis und setzt 60'000 Dollar Kopfgeld aus – mehr als das Zehnfache eines iranischen Jahreslohns. Das Staatsfernsehen sendet in Dauerschleife den Aufruf, «feindliche Piloten» lebend den Sicherheitskräften zu übergeben.

Die Wirkung ist unmittelbar: Bewaffnete Nomaden des Bakhtiari-Stammes, ortskundig im unwegsamen Zagros-Gebirge, durchkämmen das Gelände. Männer mit Gewehren und iranischen Fahnen werden dabei gefilmt, wie sie die Berge durchsuchen.

Ein US-Informant beschreibt die Lage später knapp: «He evaded up a 7k ridge. They've been schwackin' dudes chasing him all day. Was nuts.» Er flüchtete auf einen 2100 Meter hohen Bergrücken. Den ganzen Tag über jagten ihn irgendwelche Typen. Total verrückt.

Täuschungsspiel der CIA

In der Zentrale in Langley entwickelt die CIA einen Plan. Falsche Informationen werden gestreut: Der Pilot sei bereits gefunden und werde per Konvoi ausser Landes gebracht. Ziel: Die Iraner in die falsche Richtung schicken.

Die Strategie wirkt – zumindest kurzzeitig. Iranische Kräfte stürzen sich auf die erfundene Spur, im falschen Gebiet.

Das Signal – und die Entscheidung

Nach 14 Stunden: Ein schwaches Notsignal. Ein Beacon verrät die Position des Vermissten. Die CIA setzt zusätzlich eine geheime, agentureigene Technologie ein – um den Offizier in seiner Felsspalte zu orten und seine Identität zweifelsfrei zu bestätigen.

Im Pentagon fällt die Entscheidung: Alles oder nichts.

Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) informiert Präsident Donald Trump (79) persönlich. Die anlaufende Rettung des Piloten wird weiter geheim gehalten – maximale Überraschung für den Feind.

Einsatz der Elite

Rund 100 Spezialkräfte werden mobilisiert. Seal Team Six übernimmt die Führung. Mit dabei sind Delta Force und, in Bereitschaft, Army Rangers. Dazu: Kampfjets, MQ-9-Reaper-Drohnen, Tankflugzeuge, Helikopter. Die Drohnen bilden einen Schutzring – und greifen jede feindliche Einheit an, die sich dem Versteck des Airmen nähert.

Ein Offizier nennt es später: «Eine der komplexesten Rettungsmissionen in der Geschichte der US-Spezialkräfte.»

Nachtangriff im Feindgebiet

Bei Dunkelheit startet der Zugriff – rund 320 Kilometer tief im iranischen Landesinneren, südlich von Isfahan.

Helikopter fliegen tief ins Gebirge. Am Boden: Explosionen, Luftschläge, Feuerunterstützung. Zwei Blackhawk-Helikopter werden von Kleinarmenfeuer getroffen – bleiben aber flugfähig. Die Seals sichern das Gebiet aggressiv, jederzeit bereit für direkte Gefechte.

Dann der Moment: Kontakt. Der Vermisste lebt. Verletzt, aber gehfähig. Er wird sofort ausgeflogen.

Dramatische Panne

Ziel: Evakuierung per Transportflugzeug von einer improvisierten Wüstenpiste. Dann der Schock: Die Fahrwerke der beiden MC-130-Transportmaschinen bleiben im Sand stecken. Die Hercules sind Spezialversionen der Lockheed C-130, die für Spezialoperationen eingesetzt werden, so für verdeckte Infiltration, Nachteinsätze und Rettungsmissionen wie diese.

Zeit vergeht. Das Risiko steigt. Die Rettung droht auf den letzten Metern zu scheitern.

Auf Messers Schneide

Drei Ersatzflugzeuge werden eingeflogen. Unter Hochdruck gelingt der Umstieg. Die feststeckenden MC-130 wurden gezielt gesprengt, damit sie nicht in iranische Hände fallen. Der Iran präsentiert im Staatsfernsehen stolz die Trümmer der angeblich abgeschossenen US-Maschinen.

Bei Sonnenaufgang starten die drei Flugzeuge in Folge. Das erste trägt den geretteten Offizier im Rang des Colonel der US Air Force. Der iranische Luftraum wird verlassen. Mission erfüllt.

«Wir haben ihn!»

Kurz nach Mitternacht Washingtoner Zeit verkündet Donald Trump den Erfolg auf Truth Social:

«Wir haben ihn! Dieser tapfere Krieger befand sich hinter den feindlichen Linien in den tückischen Bergen des Iran und wurde von unseren Feinden gejagt, die stündlich näher kamen.»

Der Soldat lebt. Keine US-Verluste. Der Gerettete hat laut Trump schwere Verletzungnen erlitten und wird zur medizinischen Behandlung nach Kuwait ausgeflogen.

Wer ist dieses Team?

Das bei der Mission kommandoführende Seal Team Six – offiziell bekannt als Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) – ist auf Anti-Terror-Operationen und Geiselbefreiung spezialisiert. Diese Seals, gegründet 1980 nach dem gescheiterten ersten US-Rettungsversuch im Iran, operieren streng geheim, sind weltweit in Stunden einsetzbar.

Ihr bislang bekanntester Einsatz: Am 2. Mai 2011 töteten 23 der Navy Seals Osama bin Laden in Abbottabad, Pakistan. Die gesamte Operation dauerte 40 Minuten.

Trump verspricht mehr Details

Am Ende der Iran-Operation stand das von Trump zitierte Kernprinzip des US-Militärs: «No man left behind.» Keinen Mann zurücklassen.

Wie Trump am Sonntag auf Truth Social ankündigte, will er in einer Pressekonferenz am Montagabend unserer Zeit mehr Details zur Aktion preisgeben. Er werde über «eine der waghalsigsten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der USA» sprechen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen