Darum gehts
- Pentagon erwägt, Nato-Länder für mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg zu bestrafen
- Interne Liste teilt Staaten in «gut» und «böse» ein
- USA diskutiert Nato-Ausschluss für Spanien
In einer internen E-Mail des Pentagon soll es darum gehen, wie die USA Nato-Verbündete bestrafen könnte. Bestraft werden sollen die Länder, die die USA im Krieg gegen den Iran nicht genügend unterstützen. Zumindest aus deren Sicht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
«Schwierige» Länder, wie es heisst, sollen zum Beispiel von wichtigen Positionen in der Nato ausgeschlossen werden. Dazu könnte auch der Ausschluss Spaniens aus der Nato gehören, erklärte ein Beamter gegenüber Reuters. Dass die USA solche Entscheide nicht allein fällen können, scheint hier keine Rolle zu spielen.
Gesperrte Militärbasen und Blockade von Lufträumen
Ebenfalls dazu gehöre «die Überprüfung der US-Position zu Grossbritanniens Anspruch auf die Falklandinseln». US-Präsident Donald Trump (79) kritisierte das Bündnis bereits mehr als nur einmal. Anfang April sagte er: «Die Nato war nicht da, als wir sie gebraucht haben – und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen. Denkt an Grönland, dieses grosse, schlecht geführte Stück Eis!»
Die fehlende Unterstützung zeige sich darin, dass Länder wie Spanien, Italien und Frankreich Lufträume blockieren, Militärbasen sperren oder die USA diese nur eingeschränkt nutzen lassen würden.
Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ...
Gemäss einem Bericht von «Politico» gibt es sogar eine interne «Brav-oder-unartig»-Liste. Trump teile auf dieser Liste die Staaten in «gut» oder eben «böse» ein. Wer hier auf der falschen Seite landet, müsse mit Konsequenzen rechnen, sagte US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) bereits im Dezember 2025, als er das Konzept von «Musterschülern» und «Sündern» innerhalb der Nato erstmals aufzeichnete.
Mögliche Folgen für die «bösen» Staaten könnte Truppenabzug sein. Jedoch sei dieses Vorhaben noch nicht konkret. «Sie scheinen keine besonders konkreten Vorstellungen zu haben, wenn es darum geht, unzuverlässige Verbündete zu bestrafen.»
Auf der «Pro»-Seite stünden aktuell Polen und Rumänien. Polen übernimmt einen Grossteil der Kosten für die rund 10'000 stationierten US-Soldaten, Rumänien hat seine Luftwaffenbasis Mihail Kogălniceanu für zusätzliche Truppen ausgebaut.