«Warum hat jeder hier einen Knoten im Magen wegen der Nato?»
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Generalsekretär Mark Rutte:«Warum hat jeder einen Knoten im Magen wegen der Nato?»

Geheimplan enthüllt
Europa arbeitet an Notfall-Nato – ohne USA!

Der Iran-Krieg spaltet die USA und ihre Alliierten. Während Trump auf Unterstützung drängt, verweigern europäische Staatschefs eine Teilnahme, während sie im Hintergrund eine eigene Nato-Alternative planen.
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Donald Trump droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Europa plant eigene militärische Strategie wegen Trumps Drohung, aus Nato auszutreten
  • Frankreich, Deutschland, Grossbritannien arbeiten an «europäischem Nato»-Notfallplan
  • USA stellen 70 Prozent der Nato-Militärkapazitäten, Einfluss bleibt entscheidend
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Johannes HilligRedaktor News

Europa muss es machen! Den Scherbenhaufen, den US-Präsident Donald Trump (79) angerichtet hat, müssen die europäischen Mächte aufräumen. Frankreich und Grossbritannien, zusammen mit weiteren Verbündeten, wollen für freie Fahrt in der Strasse von Hormus sorgen. Die wichtige Handelsstrasse war bislang blockiert. Eine Reaktion des Irans auf den Krieg gegen sich.

Dass Europa eigenmächtig handelt, ist ein wichtiges Zeichen. Das Verhältnis zwischen den USA und der Nato ist angespannt. Immer wieder kritisierte der US-Präsident das Bündnis, drohte sogar mit einem Austritt. Er ist sauer und enttäuscht, dass Europa ihm nicht beim Iran-Krieg hilft. «Die Nato war nicht da, als wir sie gebraucht haben – und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen», schrieb er beispielsweise vergangene Woche auf seiner Plattform Truth Social.

Nukleare Glaubwürdigkeit zu wahren

Trump weiss, wie wichtig die USA für das Militärbündnis sind. Denn: Die USA sind eine nukleare Grossmacht. Was ist, wenn die plötzlich wegfällt? Genau daran arbeiten gerade die europäischen Länder. Sie brauchen einen Notfallplan. Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Polen und die nordischen Staaten arbeiten gerade hinter den Kulissen an einem «europäischen Nato»-Plan. Das berichtet das «Wall Street Journal». Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (66) sagte schon im November vergangenes Jahr: «Die Nato muss europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben.»

Ziel ist es nicht, die Allianz USA-Europa zu ersetzen, sondern die Abschreckung und die nukleare Glaubwürdigkeit zu wahren, falls Washington einen Rückzug beschliesst. Gerade angesichts des Ukraine-Krieges und einer Bedrohung durch Russland muss Europa Stärke zeigen können. Ob Trump wirklich den Schritt wagt, aus der Nato auszutreten, ist unklar. 

Fakt ist: Eine Nato ohne die USA gab es noch nie. Aber es gab schon Spannungen innerhalb der Nato. Eine Übersicht. 

Frankreich

Unter Präsident Charles de Gaulle (1890–1970) zog sich Frankreich 1966 aus der integrierten Militärstruktur der Nato zurück. Es war kein vollständiger Austritt. De Gaulle wollte die volle Souveränität über Frankreichs Streitkräfte und seine eigenen Atomwaffen behalten und sich nicht dem US-Oberkommando unterstellen.

Als Folge musste das Nato-Hauptquartier von Paris nach Brüssel umziehen. Frankreich blieb jedoch politisches Mitglied und war durch den Nordatlantikvertrag weiterhin verpflichtet, im Bündnisfall Beistand zu leisten. Erst 2009 kehrte Frankreich unter Nicolas Sarkozy (71) wieder vollständig in alle militärischen Strukturen zurück.

Griechenland

Aus Protest gegen den Zypernkonflikt zog sich Griechenland 1974 aus der militärischen Integration der Nato zurück. Griechenland und die Türkei gerieten um die Insel Zypern in Streit. Nach einem von Griechenland unterstützten Putsch intervenierte die Türkei, damals ebenfalls Mitglied der Nato. Es kam zur Teilung der Insel, die bis heute anhält.

Dass die Nato nichts gegen die militärische Intervention der Türkei tat, gefiel Griechenland nicht und zog sich teilweise aus dem Bündnis zurück. Auch hier gab es keinen vollständigen Austritt. 1980 trat Griechenland wieder vollständig in den militärischen Teil ein, vor allem um der Türkei innerhalb des Bündnisses nicht allein das Feld zu überlassen.

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