Make America Great Again – wird der Riese bald zum Zwerg?
Sogar Trumps beste Freunde wenden sich jetzt von ihm ab

Sieht so aus, als hätte die Welt allmählich genug vom Dauergepoltere aus Washington. Mindestens fünf Entwicklungen zeigen: Die USA stehen unter ihrem erratischen Präsidenten so einsam da wie noch nie in ihrer 250-jährigen Geschichte.
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Europas Elite ist dem US-Präsidenten nicht mehr länger hörig.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

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Samuel SchumacherAusland-Reporter

Mangelnden Effort kann man dem Mann nicht vorwerfen: Donald Trump (79) versucht alles, um die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken. Nebst seinem Krieg gegen den Iran stichelt er gegen den Nachbarn Kuba, droht mit dem Ende der Nato und versprach am Wochenende sogar, er werde endlich Licht in die bislang streng geheime UFO-Forschung der US-Regierung bringen.

Die Welt aber scheint langsam genug zu haben vom dauersendenden Machthaber im Weissen Haus. Eine neue Umfrage der Plattform «Politico» zeigt: Nur noch 12 Prozent der Europäer sehen die USA als Verbündete, 36 Prozent erachten sie als Bedrohung. Diese 5 Beispiele zeigen: Trump verliert jetzt auch seine letzten Freunde. Die Weltmacht USA steht so einsam da wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

1

Macron nimmt das Atomwaffenzepter in die Hand

Noch sind die Treffen meist informell, aber: Paris, Berlin und Rom planen laut dem «Wall Street Journal» aktiv für den Fall, dass die USA sich von Europa abwenden. Erst vor zwei Wochen drohte Trump erneut damit, seine Truppen aus Europa abzuziehen – offenbar aus Frust über die ausgebliebene Hilfe bei der Entsperrung der Strasse von Hormus.

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US-Präsident Donald Trump ist zusehends isoliert.
Foto: Getty Images

Europa aber lässt das nicht auf sich sitzen. Bis 2030 will die EU in Verteidigungsfragen komplett unabhängig sein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) bietet an, seinen nuklearen Schutzschirm so bald wie möglich über ganz Europa auszubreiten. Will heissen: Bei einem Atomwaffenangriff auf ein Partnerland würde Frankreich anstelle der USA sein Nuklearwaffenarsenal für Vergeltungsschläge zur Verfügung stellen.

Anfang Woche verkündete Paris zudem, dass man gemeinsam mit Polen ein militärisches Satelliten-Netzwerk plane. Das Ziel: Unabhängig werden von Elon Musks (54) amerikanischem Starlink-System.

2

Sogar Trumps europäischer Best Buddy wechselt den Tonfall

Auch Alexander Stubb (58), Trumps Golf-Freund, hat jetzt den Gang umgelegt. Finnlands Präsident (laut eigenen Angaben der «grösste Pro-Amerikaner Europas») äussert sich neuerdings auffällig kritisch zu seinem vermeintlichen Freund in Washington. «Unsere Beziehung zu den USA wird nie mehr so sein, wie sie mal war», sagte Stubb dem kanadischen Sender CTV News. 

Stubb platzierte in seinen jüngsten Auftritten gar eine implizite Warnung an Washington: Amerika dürfe nicht vergessen, dass Europa mindestens 15 Prozent der US-Staatsanleihen halte. Der Druck, den man damit aufbauen könnte: gewaltig.

3

Japan lockert seine Weltkriegsgesetze wegen Trump

Seit dem Zweiten Weltkrieg exportierte Japan keine Waffen mehr. Heute Dienstag aber lockerte die Regierung der neuen Premierministerin Sanae Takaichi (65) das strenge Ausfuhrverbot. Seinen Partnern will Japan künftig auch tödliches Kriegsmaterial liefern, falls nötig. Ein klares Zeichen, dass man sich nicht mehr auf die schützende Hand der USA verlässt.

Takaichi, die sich persönlich gut mit Trump versteht, ist derweil weiter mit China und Südkorea im Gespräch über ein Freihandelsabkommen – als Reaktion auf Trumps Zoll-Hickhack.

4

Berlin baut bald Waffen statt Autos

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat Trump bei seinem Besuch im Weissen Haus erst noch die Geburtsurkunde von dessen bayrischem Grossvater mitgebracht. Doch statt weitere persönliche Geschenke schickt der Kanzler jetzt klare Warnungen nach Washington. Mit Blick auf Trumps Kuba-Krach erinnerte er seinen Kollegen daran, dass es keinen Grund gäbe, ein weiteres Land «ohne Not» anzugreifen.

Gleichzeitig rüstet die kriselnde deutsche Industrie um. Nebst den bislang in Amerika produzierten Patriot-Abwehrraketen sollen bald auch andere Waffensysteme in deutschen Produktionshallen hergestellt werden. Deutschland – Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus guten Gründen seiner Waffenindustrie beraubt – mausert sich in der US-Krise zum militärisch-industriellen Powerhouse.

5

Selenski zeigt Trump die eiskalte Schulter

Vielleicht ist es der Wegfall von Störenfried Viktor Orban (62), vielleicht sind es die Deals mit arabischen Geldgebern und deutschen und norwegischen Drohnenfabriken: Wolodimir Selenski (48) strotzt dieser Tage jedenfalls vor Selbstvertrauen. Der ukrainische Präsident lässt jeden wissen: Die USA brauchen wir nicht länger.

Auf seinen Social-Media-Plattformen beklagt Selensi ganz offen, dass Trump sein Verhandlungsteam immer wieder nach Moskau, nicht aber nach Kiew schicke, sei «respektlos». Wladimir Putin (73) führe den US-Präsidenten an der Nase herum. «Putin weiss, dass ich der Einzige bin, der ihn durchschaut. Deshalb spricht er nur mit Trump, nicht aber mit mir», erzählte Selenski in einem Interview mit der BBC.

Die Ukraine baut inzwischen einen Grossteil ihrer Waffen selbst. Ein Wegfall der US-Lieferungen würde die Ukraine aber insbesondere im Bereich der Luftabwehr deutlich zu spüren bekommen. Selenski scheint trotzdem nicht länger willens, dem US-Präsidenten das Wort zu reden. Das neue Selbstbewusstsein des ukrainischen Kriegspräsidenten spricht Bände: Die USA verlieren gerade an Einfluss. Auf der Weltbühne spielen sie zunehmend die Rolle als allseits unbeliebtes Grossmaul.

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