Darum gehts
- Putin und Xi treffen sich in China für zweitägige strategische Gespräche
- Staatschefs wollen Energiesicherheit stärken und 40 Abkommen über Handel und Bau unterzeichnen
- China bleibt Russlands grösster Ölabnehmer, neue Pipeline «Sila Sibirii 2» geplant
Wenige Tage nach US-Präsident Donald Trump (79) ist nun auch Russlands Präsident Wladimir Putin (73) zu einem Besuch in China eingetroffen. Mit rotem Teppich, militärischen Ehren und einer jubelnden Menge wurde Putin mit ähnlichem Pomp empfangen wie zuvor US-Präsident Donald Trump. Doch die Beziehung zwischen China und Russland unterscheidet sich sehr von der Beziehung zwischen China und den USA. Denn während mit Donald Trump in der vergangenen Woche das erste Mal seit 2017 wieder ein US-Präsident chinesischen Boden betrat, hat Putin Xi Jinping (72) bereits 25 Mal in China besucht und sich schon über 40 Mal mit ihm getroffen.
Betont freundlich zeigten sich die beiden Staatschefs daher auf ersten Bildern des Treffens am Mittwoch. Bereits in den Eröffnungsreden schworen beide Länder auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Xi erklärte Putin, die beiden Länder sollten sich gegenseitig bei ihrer Entwicklung unterstützen und den Aufbau eines gerechteren und vernünftigeren Systems der Zusammenarbeit vorantreiben. Putin entgegnete, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern trügen «zur globalen Stabilität bei». Zudem betonte der Kreml-Chef, dass Russland inmitten der Krise im Nahen Osten ein zuverlässiger Energielieferant bleibe.
Putin reist mit grosser Delegation an
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, bei den Gesprächen auf Einladung von Chinas Staatschef Xi Jinping gehe es um einen Ausbau der privilegierten strategischen Partnerschaft beider Länder. Bei den Gesprächen sollen auch regionale Probleme ausgetauscht werden – etwa die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine. Zudem wird Xi den Kreml-Chef wahrscheinlich über die Gespräche informieren, die er in der vergangenen Woche mit US-Präsident Trump geführt hat.
Für seine zweitägigen Gespräche wird Putin von einer grossen Delegation aus Wirtschafts- und Regierungsvertretern begleitet. Der Kreml teilte mit, dass etwa 40 verschiedene Abkommen unterzeichnet werden sollen, die Bereiche wie Industrie, Handel, Tourismus und Bauwesen abdecken.
Energiesicherheit als zentrales Thema
China ist der wichtigste Handelspartner für die Energiemacht Russland. Zugleich gehört China zu Russlands wichtigsten Ölabnehmern. Zentral dürfte das Thema Energiesicherheit daher für die Gespräche werden – besonders vor dem Hintergrund der Iran-Krise. Russland wird daher auch über den Bau der neuen Gaspipeline «Sila Sibirii 2» («Kraft Sibiriens 2») sprechen. Mit dieser Pipeline will Russland Gaslieferungen nach China verstärkt ausbauen. Da seit dem Krieg in der Ukraine die russischen Gasexporte nach Europa versiegt sind, nimmt diese Pipeline eine besonders zentrale Stellung ein.
Der Kreml betonte, dass Putins Reise nach Peking in keinem Zusammenhang mit Trumps Besuch in der vergangenen Woche stehe. Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow erklärte, das Datum von Putins Besuch sei bereits im Februar vereinbart worden. Anlass der Reise sei demnach auch der 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit der beiden Nationen.