«Äusserst gefährliche Lage»
Xi warnt Trump bei Treffen vor Taiwan-Konflikt

Mit Hochspannung werden Ergebnisse aus den Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping erwartet. Zur Eröffnung des Treffens warnte Xi die USA jedoch direkt vor einem Konflikt um Taiwan.
Kommentieren
1/5
Am Donnerstag haben sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking getroffen.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Donald Trump und Xi Jinping trafen sich am Donnerstag in Peking
  • Xi warnte vor Konflikten mit den USA wegen der Taiwan-Frage
  • China beansprucht Taiwan, USA liefern Taiwan Waffen
Sandra_Marschner_Praktikantin News_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

US-Präsident Donald Trump (79) hat sich am Donnerstag mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (72) zu einer ersten Gesprächsrunde in Peking getroffen. Nebst Handelsbeziehungen und Taiwan dürfte der Iran-Krieg zu einem zentralen Gesprächsthema während Trumps China-Besuch werden. Nach gut zwei Stunden endeten die ersten Gespräche zwischen den beiden Staatschefs. Konkrete Ergebnisse werden mit Hochspannung erwartet. Der Ton zu Beginn des Treffens schien jedoch gespalten. 

Zum Auftakt des Besuchs gaben sich Trump und Xi betont freundlich. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren lobte Trump Xi ausdrücklich. Chinas Staatschef wiederum betonte, er sei überzeugt, dass die gemeinsamen Interessen zwischen den USA und China grösser seien als die Differenzen. Der jeweilige Erfolg beider Länder sei für das andere eine Chance, so Xi weiter. 

Xi warnt vor Konflikt mit USA bei schlechter Handhabung

Im weiteren Verlauf des Gesprächs warnte Xi US-Präsident Donald Trump jedoch vor einem Konflikt um Taiwan. Sollte die Taiwan-Frage beim Treffen schlecht gehandhabt werden, würden Spannungen oder gar Konflikte zwischen den beiden Nationen drohen, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den chinesischen Staatschef. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen», so die Warnung Xis. 

China erhebt Anspruch auf das unabhängig und demokratisch regierte Taiwan. Die USA spielen in Hinblick auf Taiwan eine wichtige Rolle – etwa weil sie Taiwan mit Waffen beliefern. Bewusst vage halten sich die USA jedoch bei der Frage, ob sie im Falle eines chinesischen Angriffs militärisch intervenieren würden. Xi betonte weiter, dass die Handhabung des Taiwan-Konflikts die entscheidendste Frage in den US-China-Beziehungen sei. 

«Konstruktive, strategische und stabile Beziehung» laut China

Die Sprecherin des taiwanesischen Kabinetts, Michelle Lee, betonte gegenüber Reportern in Hinblick auf diese Aussage Xis, dass Chinas militärische Bedrohung «die einzige Quelle der Unsicherheit in der Taiwanstrasse und der gesamten indopazifischen Region» sei. Donald Trump selbst äusserte sich bisher nicht direkt zu Xis Warnung. Nach den Gesprächen besuchte er den Himmelstempel in der chinesischen Hauptstadt. Auf die Frage eines Reporters zum Verlauf der Gespräche mit Xi entgegnete Trump laut der Nachrichtenagentur AP: «Es ist grossartig.» «Ein grossartiger Ort. Unglaublich. China ist wunderschön», ergänzte der US-Präsident. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Chinas Staatschef Xi lobte nach dem Gipfeltreffen mit Donald Trump eine neue Ära der Beziehungen zwischen den USA und China, die durch konstruktive und stabile Verbindungen geprägt sei. Die beiden Staatschefs einigten sich darauf, eine «konstruktive, strategische und stabile Beziehung» als neue Ausrichtung für die bilateralen Beziehungen in den nächsten drei Jahren und darüber hinaus zu etablieren, sagte Xi laut einer Mitteilung des chinesischen Aussenministeriums. 

«Konstruktive strategische Stabilität» sollte eine positive Stabilität sein, die in erster Linie durch Zusammenarbeit gekennzeichnet ist, eine wohlwollende Stabilität mit gut geregeltem Wettbewerb, eine normale Stabilität mit beherrschbaren Differenzen und eine dauerhafte Stabilität mit vorhersehbarem Frieden», so Xi weiter. Diese Beziehung sei «nicht nur ein Schlagwort; sie sollte eine Handlung sein, die beide Seiten auf dasselbe Ziel hinführt», fügte er hinzu.

«Lage im Nahen Osten» und Ukraine als Gesprächsthemen

Laut chinesischen Staatsmedien haben US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben bei ihren hochkarätigen Gesprächen über die «Lage im Nahen Osten» gesprochen. Die Staatschefs «tauschten sich über wichtige internationale und regionale Themen aus, darunter die Lage im Nahen Osten», berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Trump und Xi sprachen laut der Agentur auch über den Krieg in der Ukraine.

Offen bleibt dabei, ob die USA in China eine Unterstützung bei der Lösung der Blockade der Strasse von Hormus und der Beendigung des Iran-Kriegs finden. Als Verbündeter Teherans und Hauptabnehmer iranischen Öls besitzt China Einfluss auf das Land.

Was sagst du dazu?
Meistgelesen