Darum gehts
- Ukrainischer Major liess 83 Soldaten private Villa in Odessa bauen
- Militärische Ressourcen wie Lastwagen und Material für Bau missbraucht
- Bis zu 12 Jahre Haft drohen wegen Amtsmissbrauchs
Ein zur Hälfte fertig gebautes Haus und ein grosser blau schimmernder Pool – all dies zeigen Bilder auf Telegram. Dahinter steckt ein ukrainischer Major, der 83 Soldaten über Monate hinweg eine private Villa für sich erbauen liess, statt sie an die Front zu schicken. Darüber berichtet unter anderem «Focus».
Der Offizier wurde in der Region von Odessa festgenommen. Wie der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko (36) auf Telegram mitteilt, wurde auch militärisches Material gefunden, das offenbar für den Bau benutzt wurde. «Die Ermittler stellten zudem fest, dass militärische Lastwagen zur Anlieferung von Baumaterialien eingesetzt wurden. Die gesammelten Beweise deuten auf einen systematischen Charakter dieser Handlungen hin.»
Nicht der erste Fall
Krawtschenko betonte, es gehe nicht nur um die «rechtswidrige Nutzung staatlicher Ressourcen», sondern auch darum, dass der Abzug der Soldaten sich speziell «im Kriegsfall direkt auf die Kampfbereitschaft der Einheit auswirken» würde. Dem Major wird nun unter anderem Amtsmissbrauch vorgeworfen – dafür drohen ihm bis zu zwölf Jahre Haft.
Wie es mit den betroffenen Soldaten und dem Villa-Gerippe weitergeht, ist unklar. Es ist jedoch nicht der erste Fall, bei dem ein Armee-Offizier aus der Ukraine Soldaten zu privaten Diensten gezwungen hat.
Bereits 2023 mussten Dienstleistende einem Bataillonskommandanten aus der Region Odessa beim Hausbau helfen. Ihnen wurde weiterhin der volle Sold ausgezahlt, wie n-tv damals berichtete. Dem Staat entstand ein Schaden von umgerechnet knapp 47'000 Franken.