Darum gehts
- Iran stellt Bedingungen für Verhandlungen mit den USA für neue Verhandlungen
- Teheran fordert u.a. Ende des Krieges an allen Fronten und Freigabe eingefrorener Gelder
- Trump erwägt Eskalation, Entscheidung bei Uno-Generalversammlung am Dienstag
In einem Interview mit «Al Jazeera» hat sich der Sekretär des obersten nationalen Sicherheitsrates des Irans, Mohsen Rezaei (72), zu Verhandlungen mit den USA und einem möglichen Kriegsende geäussert. Damit überhaupt wieder Gespräche mit Washington aufgenommen werden könnten, stellt Teheran mehrere Bedingungen. Wie Rezaei erklärte, habe Katar als Vermittler die Bedingungen des Irans an die USA weitergeleitet.
«Unsere Bedingungen sind ein Ende des Krieges an allen Fronten, die Freigabe unserer eingefrorenen Gelder und ein Ende der Seeblockade», sagte Rezaei gegenüber «Al Jazeera». Darüber hinaus sollten sich die USA jeder Einmischung in innere Angelegenheiten des Irans enthalten, die Zusammenarbeit mit Gegnern der iranischen Revolution einstellen, und jede Form der Aggression gegen das iranische Territorium beenden. Der Sicherheitschef betonte, dass diese Bedingungen schon im Vorfeld erfüllt werden müssten: «Amerika muss zuerst unsere Bedingungen erfüllen, und erst dann können Verhandlungen folgen.»
Iran sei bereit für «entscheidenden Krieg»
Gleichzeitig formulierte Rezaei eine Drohung gen Washington und zeigte sich kriegsbereit: «Es liegt im Interesse Washingtons, diese Bedingungen zu akzeptieren. Trumps Drohungen werden nichts bewirken. Wir sind bereit für einen entscheidenden Krieg.» Nachdem das im Juni von den USA und dem Iran unterzeichnete «Memorandum of Understanding» nach gegenseitigen Vorwürfen und Spannungen im August ausgelaufen war, bemühen sich Katar und Pakistan als Vermittler, die Verhandlungen zwischen den beiden Nationen wieder aufzunehmen.
Auf das iranische Atomprogramm angesprochen, reagierte Rezaei vage. Der Iran wolle weiterhin an einer Fatwa des früheren obersten Führers Ali Chamenei (†86) festhalten, welche den Einsatz von Atomwaffen verbiete. Zugleich warnte der iranische Sicherheitschef jedoch, dass das Verhalten der USA den Iran zu einem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag drängen könnte.
In Washington scheint man von einem Wendepunkt im Iran-Krieg auszugehen. Am Donnerstag erklärte US-Präsident Donald Trump (80) gegenüber dem Nachrichtenportal Axios: «Ich habe eine grosse Entscheidung vor mir. Will ich einmarschieren und sie [das iranische Regime] vernichten oder nicht? Es ist eine grosse Entscheidung. Mit mir könnte alles Mögliche passieren.» Am Dienstag will Trump im Rahmen der Uno-Generalversammlung in New York mit den Regierungschefs von sechs Golfstaaten zusammenkommen. Dabei soll es um das Ausloten der jeweiligen Positionen im Iran-Krieg gehen.